22.02.2012, 10:53 Uhr | Brigitte von Imhof/srt
Die Prozedur ist nicht gerade das, was man sich von einer fernöstlichen Massage erwartet. Dennoch ist sie genau richtig, um nach dem langen Flug von Frankfurt nach Taipeh den Körper wieder in die Gänge zu bringen. Nach der gut gemeinten Ganzkörperfolter ist man fit für die Stadttour durch eine der spannendsten Metropolen Asiens. Erste Eindrücke von den Sehenswürdigkeiten Taiwans bekommen Sie in unserer Foto-Show.
Grünanlagen, Tempel und anmutige Bauwerke aus früheren Stilepochen versprühen Heiterkeit, auch wenn die Wolkenkratzer wie Ikonen des modernen Taiwan in den Himmel wachsen.
Zweithöchstes Gebäude der Welt
Allen voran natürlich der 509 Meter hohe Taipei 101, das zweithöchste Gebäude der Welt und sicher eines der schönsten Turmbauwerke der Welt. Die 101 steht für die Anzahl der Stockwerke. Er ist Wahrzeichen und allgegenwärtiger Orientierungspunkt - und natürlich der größte Besuchermagnet. In nur 37 Sekunden rast der Aufzug hinauf zur Aussichtsplattform im 89. Stock, von dem aus Besucher spektakuläre Aussichten auf die Stadt und das Umland genießen können. Gen Norden erheben sich gleich hinter den Außenbezirken Vulkanberge. >>
Die Ausstellung im gleichen Stockwerk mit Bildern und spannenden Details über dieses gigantische Bauprojekt begeistert nicht nur Technikfans. Zwischen dem 88. und 92. Stockwerk hängt in der Mitte des Turms ein wahres Kuriosum der Ingenieurskunst: eine 650 Tonnen schwere, vergoldete Stahlkugel mit 5,5 Metern Durchmesser. Sie ist aus einzelnen Scheiben gefertigt und in der Lage, selbst größeren Schwankungen, ob durch Stürme oder durch Erdbeben verursacht, entgegen zu wirken.
Taipeh mag eine der modernsten Fernost-Metropolen sein. Doch zwischen den Bürotürmen ducken sich viele Gebäude aus der Kolonialzeit neben unzähligen Tempeln. Der stete Wechsel zwischen Tradition und Moderne macht Taipehs besonderes Flair aus. Oft sind beide Welten nur ein paar Schritte voneinander entfernt. >>
Am besten kann man das nostalgische Flair im Viertel Dadaocheng rund um die Dihua Street auf sich wirken lassen, wo sich Tempel, mobile Kochstände und Straßenapotheken aneinander reihen - und ein einzigartiges Duftgemisch erzeugen.
Berühmter Tempel
Auch im Wanhua-Viertel ist Taipehs schillernde Vergangenheit noch überall sichtbar. Hier befindet sich auch der berühmte Longshan-Tempel. Besucher staunen ehrfürchtig über die prächtigen Ornamente dieses riesigen Buddhisten-Tempels und die Einheimischen, die ihre Götter mit kleinen Opfergaben und dem Abbrennen von Räucherstäbchen um Unterstützung bitten - ob bei Examensarbeiten oder bei der Suche nach dem Traummann.
Grüne Oasen zum Entspannen
In dieser pulsierenden, temporeichen Metropole sind Parks und grüne Oasen ein höchst willkommener Kontrast. Einer dieser Plätze zum Schlendern und Entschleunigen ist der Botanische Garten im Zhongzheng-Distrikt. Nicht nur die Blütenpracht und die Seerosenteiche umschmeicheln die Sinne, sondern auch die erstaunliche Vielzahl von Vögeln. Dasselbe gilt für den Da'an Forest Park, die 26 Hektar große grüne Lunge in Downtown Taipeh. Man erfreut sich an blühenden Alleen, sieht Jugendlichen beim Fußballspielen zu und hat einen perfekten Fotoblick auf den Taipei 101 Tower.
Oberschicht schnuppern
Das Lin-An-Tai-Haus, eine zwischen 1785 und 1823 errichtete Hofanlage einer alteingesessenen Kaufmannsfamilie gewährt einen Einblick in das Leben der Oberschicht. Mit seinem Park, den künstlich angelegten Bergen und Teichen ist der Komplex ein idealer Ort zum Entspannen. >>
Beim morgendlichen Besuch der Chiang Kai-shek-Gedächtnishalle staunt man zunächst über die monumentale Wucht dieser Anlage und dann über die unzähligen Frühsportler, die hier bei Tai Chi, Qi Gong oder auch Hip-Hop oder beim Joggen fit in den Tag starten. Ausländische Gäste werden mit freundlicher Neugier bestaunt, einem vielstimmigen "Good Morning" begrüßt und zum Mitmachen aufgefordert.
Sammlung chinesischer Kunstwerke
Das Nationale Palastmuseum ist eine der Top-Besucherattraktionen der Hauptstadt. Kein Wunder, schließlich zählt das Museum im Norden der Hauptstadt neben dem British Museum in London und dem Louvre in Paris zu den bedeutendsten Kunstsammlungen der Welt. Nirgendwo auf der Welt gibt es eine annähernd umfangreiche und kostbare Ausstellung chinesischer Kunsthandwerke. 650000 an der Zahl, aus den Bereichen Malerei, Kalligrafie, Buchdruck, Keramik, Bronzen, Jadeschnitzerei und Miniaturen. Aber nur rund 15000 Exponate davon können in ständig wechselnden Ausstellungen gezeigt werden. Das Museum wurde nach einer aufwendigen Renovierung im Februar 2007 wiedereröffnet.
Vielfältige Nachtmärkte
Wenn die Dämmerung über Taipeh hereinbricht, verwandeln sich so manch unspektakuläre Straßenzüge in quirlige Nachtmärkte. Händler bieten alle erdenklichen Waren feil, von Computerartikeln über Textilien und Haushaltswaren. Überall dampft und duftet es. Austernomelettes, gefüllte Teigtaschen, Suppeneintöpfe... Unglaublich, welche köstlichen Snacks selbst aus dem kleinsten Küchenstand gezaubert werden.
Bilder der Sehenswürdigkeiten Taiwans gibt es in unserer Foto-Show.
Quelle: srt
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