29.01.2013, 16:30 Uhr | Frank Lansky
Endlich hat das neue Jahr auch für alle Uhren-Enthusiasten so richtig begonnen: Die SIHH in Genf hat gerade ihre Pforten geschlossen und für große Augen bei der Fan-Gemeinde gesorgt. Nun, da der Trubel vorbei ist, lässt wanted.de in aller Gelassenheit die Stars der edlen Show Revue passieren.
Was war der Salon wieder vornehm: Wie immer wurden nur handverlesene Journalisten eingeladen, dennoch waren es rund 1200 an der Zahl. Zugang hatte außerdem nur das Fachpublikum, kein Wunder, dass Blogs jeden Schnipsel an News begierig aufgriffen. Insgesamt flanierten rund 12.500 Besucher durch die heiligen Hallen am Genfer See.
Leistungsschau des Richemont-Konzerns
Die handverlesene Gästeschar durfte neue Kreationen von 16 Top-Herstellern bestaunen. Als da wären: Lange&Söhne, Audemars Piguet, Baume & Mercier, Cartier, Greubel Forsey, IWC, Jaeger-LeCoultre, Montblanc, Officine Panerai, Parmigiani, Fleurier, Piaget, Ralph Lauren, Richard Mille, Roger Dubuis, Vacheron Constantin, Van Cleef & Arpels. >>
Diese Marken gehören übrigens fast alle dem Richemont-Konzern oder arbeiten mit ihm zusammen.
Der Trend auch in diesem Jahr: Mehr ist mehr – und man zeigt was Mann hat. Die Kunden der globalen Haute Volee zahlen jeden Preis, denn in Zeiten der Geldflutung durch die Notenbanken dienen Uhren – vor allem aus Gold oder Platin – als lohnender Renditebringer. Übrigens stehen bei einigen neuen Modellen noch immer nicht alle Preise fest.
Wichtiger Treiber des Uhren-Booms ist weiter die Gier nach Statussymbolen in den Emerging Markets, vor allem in China. Die Kaufkraft in Asien hat Folgen für die Branche: Die Uhren werden wieder kleiner und schlanker, Durchmesser von 38 bis 41 Millimeter wurden häufiger angeboten.
Deswegen und auch aus Prinzip setzen noch genügend Hersteller zum Glück auf den Vintage-Trend und entzücken mit feinen Heritage-Modellen. >>
Angesagt sind neue Werkstoffe wie Keramik und Karbon – und die Farbe schwarz ist beliebt wie eh und je. Viele Wellen hat in Genf IWC geschlagen – der Hersteller nimmt im Richemont-Konzern immer mehr die Funktion des sportlichen Preisbrechers ein. Natürlich sind die Uhren immer noch luxuriös genug, wir reden also von Zeitmessern die mehrere tausend Euro kosten, aber eben nicht hunderttausend. Nun haben die Schaffhausener die Palette preislich nach unten erweitert, um junge Käufer anzulocken. IWC hat das Jahr der Pilotenuhr abgehakt und 2013 zum Jahr der "Ingenieur" erklärt – und eine Menge neuer Modelle angeboten.
Schon fast spartanisch tritt die IWC Ingenieur Automatic Watch auf, die Uhr kostet 5850 Euro, was angesichts des überarbeiteten Massen-Kalibers doch für einige Kritik sorgte. Das integriere Band fügt sich unauffällig ins Gehäuse ein, außer einem Datum, dem Minuten- und Stundenzeiger gibt es nichts zu bestaunen. Die Uhr folgt der Linie des Schweizer Uhren-Designers Gérald Genta, er entwarf auch Modelle für Patek Philippe, Universal Genève und Audemars Piguet.
Zehn Jahre an Problem getüftelt
Dass IWC auch unerschwinglich kann, beweist der IWC Ingenieur Constant-Force Tourbillon, mit dem das Unternehmen demonstriert, dass es zur Haute Horlogerie gehören will – deshalb muss der Hersteller eben einen Tourbillon anbieten. Die Ingenieure von IWC tüftelten zehn Jahre an einem Problem: Ein Uhrwerk muss konstant Energie abgeben, damit die Uhr gleichmäßig läuft. Doch eine frisch aufgezogene Feder hat natürlich mehr Energie als eine am Ende der Gangreserve.
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Der Constant-Force Tourbillon (Referenz IW590001) soll dieses Problem nun gelöst haben. Möglich wurde dies durch eine zeitweise Speicherung der Energie auf einer Balance-Feder. IWC schreibt: "Die Antriebskraft wird in der Spiralfeder zwischengespeichert und an das Ankerrad abgegeben. Dabei wird die Spiralfeder einmal pro Sekunde nachgespannt, und der Sekundenzeiger im Tourbillon springt in Sekundenschritten vorwärts. >>
Das ermöglicht einen extrem gleichmäßigen und präzisen Gang über die Gangdauer von mindestens 48 Stunden".
Einmal mehr sorgte A. Lange & Söhne mit einer simplen, aber interessanten Neuerung für Aufsehen: Die Grand Lange 1 Lumen ist mit einem semi-transparenten Zifferblatt aus schwarz-grauem Saphir-Glas versehen. Diese geniale Idee erlaubt den Blick ins Innere der Uhr. Der Saphir blockt das meiste Licht im UV-Spektrum, erscheint aber durch die Leuchtmasse auf dem Großdatum semitransparent. Durch dieses Detail wird die Lange 1 komplett neu interpretiert.
Natürlich trumpften in Genf auch andere Hersteller groß auf – beeindruckt waren wir auch von Cartier, Audemars Piguet und Panerai.
Bezahlbare Modelle
Eine subjektive Auswahl der interessantesten Stücke sehen Sie in unserer Foto-Show. Wir haben uns auf die bezahlbaren Modelle konzentriert und exaltierten Schnickschnack weitgehend ignoriert.
IWC liefert einen faszinierenden Blick in das Innenleben von Uhren.
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Quelle: Frank Lansky, wanted.de
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