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Segeln im Polarmeer

Extrem-Segeln im Polarmeer

03.01.2013, 11:34 Uhr | Frank Lansky

Arved Fuchs und seine Crew beim Segeln auf dem Polarmeer.  (Quelle: Arved Fuchs )

Arved Fuchs und seine Crew beim Segeln auf dem Polarmeer.

(Quelle: Arved Fuchs )
Die "Dagmar Aaen" gehört seit 1988 Arved Fuchs, sie ist das einzige Segelschiff, das sowohl die Nordostpassage als auch die Nordwestpassage durchquert hat. Gebaut wurde es in den Dreißiger Jahren. (Quelle: Arved Fuchs)

Die "Dagmar Aaen" gehört seit 1988 Arved Fuchs, sie ist das einzige Segelschiff, das sowohl die Nordostpassage als auch die Nordwestpassage ohne Eisbrecher durchquert hat. Gebaut wurde sie in den Dreißiger Jahren.

(Quelle: Arved Fuchs)
Der Kutter hat einen Dieselmotor und eine bis zu sechs Millimeter dicke Eishaut aus Aluminium. Steven und Kiel des Bootes sind mit bis zu drei Zentimeter Stahl verstärkt. (Quelle: Arved Fuchs)

Der Kutter hat einen Dieselmotor und eine bis zu sechs Millimeter dicke Eishaut aus Aluminium. Steven und Kiel des Bootes sind mit bis zu drei Zentimeter Stahl verstärkt.

(Quelle: Arved Fuchs)
Im Jahr 1984 umrundete Fuchs im Winter mit einem Faltboot Kap Hoorn. Seine größten Triumphe feierte er im Jahr 1989: Er erreichte kurz hintereinander zuerst er zu Fuß den Nordpol, und zusammen mit Reinhold Messner den Südpol. Damit erreichte Fuchs 1989 als erster Mensch beide Pole innerhalb nur eines Jahres zu Fuß. 1993 durchquerte Fuchs an siebzig Tagen mit dem Hundeschlitten Grönland. (Quelle: Arved Fuchs)

Im Jahr 1984 umrundete Fuchs im Winter mit einem Faltboot Kap Hoorn. Seine größten Triumphe feierte er im Jahr 1989: Er erreichte kurz hintereinander zuerst er zu Fuß den Nordpol, und zusammen mit Reinhold Messner den Südpol. Damit erreichte Fuchs 1989 als erster Mensch beide Pole innerhalb nur eines Jahres zu Fuß. 1993 durchquerte Fuchs an siebzig Tagen mit dem Hundeschlitten Grönland.

(Quelle: Arved Fuchs)
Immer wieder zieht es Arved Fuchs und seine Crew in den hohen Norden. Dort erwarten sie eisige Kälte und die langen Nächte des Polarmeeres, allerdings auch eine einzigartige und spektakuläre Natur.  (Quelle: Arved Fuchs)

Immer wieder zieht es Arved Fuchs und seine Crew in den hohen Norden. Dort erwarten sie eisige Kälte und die langen Nächte des Polarmeeres, allerdings auch eine einzigartige und spektakuläre Natur.

(Quelle: Arved Fuchs)
Die Planken sind sechs Zentimeter dick, so kann die Dagmar Aaen auch im Eis einfrieren. Die Spanten sind so eng gebaut, dass keine Faust dazwischen passt. Das Schiff ist insgesamt 24 Meter lang und gebaut für die harten Bedingungen des Polarmeeres. (Quelle: Arved Fuchs)

Die Planken sind sechs Zentimeter dick, so kann die "Dagmar Aaen" auch im Eis einfrieren. Die Spanten sind so eng gebaut, dass keine Faust dazwischen passt. Das Schiff ist insgesamt 24 Meter lang und gebaut für die harten Bedingungen des Polarmeeres.

(Quelle: Arved Fuchs)
Arved Fuchs und sein Team wollen dabei helfen das Wachsen und Schmelzen des Polareises besser zu verstehen und voraus zu sagen. Von den Expeditionen werden Daten von den Messungen der Meerestemperatur, des Salzgehaltes, der Eisdicke oder der lokalen Wetterbedingungen mitgebracht. (Quelle: Arved Fuchs)

Arved Fuchs und sein Team wollen dabei helfen das Wachsen und Schmelzen des Polareises besser zu verstehen und voraus zu sagen. Von den Expeditionen werden Daten von den Messungen der Meerestemperatur, des Salzgehaltes, der Eisdicke oder der lokalen Wetterbedingungen mitgebracht.

(Quelle: Arved Fuchs)
Etwa 50 verschiedene Seevögel-Arten leben am Nordpolarmeer. Darunter sind Seemöwen, Seeschwalben, Greifvögel, Alken, Kormorane und Sturmvögel, die sich jährlich im Juni und Juli die engen Brutplätze an den Felsen und Stränden teilen. Sie alle fangen sich ihre Nahrung im Meer. (Quelle: Arved Fuchs)

Etwa 50 verschiedene Seevögel-Arten leben am Nordpolarmeer. Darunter sind Seemöwen, Seeschwalben, Greifvögel, Alken, Kormorane und Sturmvögel, die sich jährlich im Juni und Juli die engen Brutplätze an den Felsen und Stränden teilen. Sie alle fangen sich ihre Nahrung im Meer.

(Quelle: Arved Fuchs)
Seit rund 25 Jahren durchkreuzt Arved Fuchs die schwierigsten Routen der Arktis. Besonders begeistert ist der Abenteurer von Eisbergen – seinen ersten sah er im Jahr 1979 an der Westküste Grönlands. (Quelle: Arved Fuchs)

Seit rund 25 Jahren durchkreuzt Arved Fuchs die schwierigsten Routen der Arktis. Besonders begeistert ist der Abenteurer von Eisbergen – seinen ersten sah er im Jahr 1979 an der Westküste Grönlands.

(Quelle: Arved Fuchs)
Im Nordpolarmeer erwarten Arved Fuchs und seine Crew unzählige Eisberge. Die Kälte und einsame Stille wird durch die lauten Knack-Geräusche unterbrochen, die von den gewaltigen Brocken aus Gletschereis kommen. Beim prachtvollen Sonnenuntergang wird die Mannschaft für ihre Strapazen mit einzigartigen Eindrücken entschädigt. (Quelle: Arved Fuchs)

Die Kälte und einsame Stille des Nordpolarmeeres wird durch die lauten Knack-Geräusche unterbrochen, die von den gewaltigen Brocken aus Gletschereis kommen. Beim prachtvollen Sonnenuntergang wird die Mannschaft für ihre Strapazen mit einzigartigen Eindrücken entschädigt.

(Quelle: Arved Fuchs)
Die Arktis ist von den Auswirkungen des Klimawandels stark betroffen und in den vergangenen Jahren ist das Meereis bereits deutlich schneller geschmolzen, als das von den Forschern vorausgesagt war. Schon in wenigen Jahren könnte das Nordpolarmeer im schlimmsten Fall über die Sommermonate komplett eisfrei sein.  (Quelle: Arved Fuchs)

Die Arktis ist von den Auswirkungen des Klimawandels stark betroffen und in den vergangenen Jahren ist das Meereis bereits deutlich schneller geschmolzen, als das von den Forschern vorausgesagt war. Schon in wenigen Jahren könnte das Nordpolarmeer im schlimmsten Fall über die Sommermonate komplett eisfrei sein.

(Quelle: Arved Fuchs)

Während Tausende die Pisten stürmen, sich beim Jagertee und in der Sauna entspannen, sucht Arved Fuchs die Kälte und Einsamkeit des hohen Nordens. Der bekannteste deutsche Abenteurer verbringt Weihnachten und Neujahr auf dem Polarmeer und segelt zu den norwegischen Lofoten. Das heißt: eisige Temperaturen, Dunkelheit und rund acht Wochen ohne Dusche. Was für ein Abenteuer!

Die Lofoten sind eine Gruppe von rund 80 Inseln im Norden Norwegens, sie erstrecken sich bis zu 300 Kilometer nördlich des Polarkreises im Atlantik. Hier leben rund 24.000 Nachfahren der Wikinger hauptsächlich vom Fischfang. Seine Reise beginnt Fuchs am 28. Dezember in Flensburg, den Jahreswechsel will der Skipper in Skagen an der Nordspitze Dänemarks feiern. Auf den Spuren der Lofot-Fischer Nach etwa 1000 Seemeilen und einem Abstecher im norwegischen Bergen wird Fuchs mit seinem Schiff Dagmar Aaen um den 20. Januar in den Lofoten eintreffen. Der umgebaute Kutter fährt somit in etwa auf der Hurtigroute, die im Polarsommer bei ständigem Sonnenschein die kleinen Dörfer an der norwegischen Küste mit allem Notwendigen versorgt. Und was ist der Grund für die Reise? "Inspiriert hat mich das Buch "Die Lofot Fischer" des norwegischen Autors Johan Bojer."

Der Roman aus den zwanziger Jahren beschrieb den Fischfang auf den Lofoten. "Mich interessiert die Frage: Wie viel Kabeljau dürfen wir fangen, ohne die Bestände zu gefährden?", betont Fuchs im Gespräch mit wanted.de.

Schon jetzt freut sich der Seemann auf das Highlight des Törns – er erwartet weit im Norden Polarlichter. Zudem sieht er mit Spannung einer Ausfahrt in historischen Norlandsbooten entgegen. Hauptsponsor ist ein Hersteller von Outdoor-Bekleidung. Außerdem wird Fuchs einen Film über die Reise drehen, er steht ferner in Verhandlungen über eine Reportage mit einem großen deutschen Magazin. Vielleicht folgt auch ein Buch. Berüchtigt sind die starken Gezeiten zwischen den einzelnen Inseln, hier entstehen gefährliche Strudel - am bekanntesten ist der so genannte Mahlstrom oder Moskenstraumen. Eine besondere Herausforderung ist zudem die Dunkelheit.

In der Polarnacht ist es fast durchweg duster; je weiter es nach Norden geht, desto kürzer ist die Dämmerphase am Mittag. Somit ist Treibgut kaum auszumachen. Zwar ist die Dagmar Aaen mit Radar ausgerüstet – das erfasst aber nur Objekte über der Wasseroberfläche; ein Echolot tastet vor allem den Grund direkt unter dem Boot ab.

Daher besteht für die Eichenbohlen des Schiffes durch voraus treibende verlorene Container die größte Gefahr – die versiegelten Stahlkolosse dümpeln knapp unter der Wasser-Oberfläche. Ebenfalls sehr gefährlich sind Baumstämme, die von russischen Firmen im hohen Norden gefällt und die Flüsse hinab geflößt werden. Bricht ein Floß auseinander, schwimmen die meterlangen Baumstämme ins Meer. Immerhin ist im warmem Golfstrom kein Treibeis zu erwarten – das wäre bei einer Kollision hart wie Beton und kann dem Haikutter einigen Schaden zufügen. Der Begriff Haikutter hat übrigens nichts mit dem Haifisch-Fang zu tun. Er stammt aus den Dreißiger Jahren, als die ersten motorisierten Fischkutter quasi die schnellen Raubfische waren, die weit entlegene Fischgründe zuerst plünderten Schlafen im verschlossenen Wandschrank Und was sind die gefährlichsten Momente auf solch einer Reise? "Dazu gehört ganz klar ein Sturm auf hoher See. Da gibt es keine Zuflucht, jeder Matrose muss den Seegang abwettern – das kann sehr zermürbend sein, wenn es über mehrere Tage geht. Hohe Wellen beeindrucken mich trotz aller Erfahrung noch immer: Ein Liter Wasser wiegt ein Kilogramm, bei großen Brechern darf man sich keine Fehler erlauben." An Bord der Dagmar Aaen sind nur Profis, Fuchs muss sich bei Extrem-Herausforderungen auf seine feste Crew von sechs bis acht Leuten verlassen.

Fuchs selbst hat sich zuhause ein Fitness-Center eingerichtet, in dem er läuft und Rad fährt. "Natürlich müssen wir auf See absolut fit sein – der Organismus wird durch die ständige Schiffsbewegung gefordert, Schlaf gibt es nur wenig." Geschlafen wird in kleinen Kombüsen, die wie ein Wandschrank verschlossen werden können. Damit fallen die Matrosen nicht heraus, wenn das Schiff im Seegang rollt. Winterurlaub der besonderen Art Gewöhnungsbedürftig ist an Bord auch die Hygiene. Es gibt zwar eine eigene Toilette mit kleinem Waschraum – aber keine Dusche. In südlichen Gefilden nutzt die Crew somit heftige Regengüsse, was im Norden natürlich schwierig wird. Bleibt der Besuch in einem Hallenbad in den kleinen Hafenstädten des Nordens.

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Der Tagesablauf der Seeleute sieht ansonsten so aus: vier Stunden Wache, acht Stunden Pause. Ihre Freizeit verbringen sie meist mit dösen und lesen, bei gutem Wetter auf dem Deck. Bei schwierigen Manövern wird die gesamte Crew gebraucht – gerade der Segelwechsel bringt bei schlechtem Wetter einige sehr unruhige Momente. In diesen All-Hands-Phasen muss jeder jederzeit mit anpacken, weshalb Alkohol an Bord auch verpönt ist.

Und wie sieht es aus mit den Ladies? Der Skipper hat wenig übrig für den Aberglauben, wonach Frauen an Bord Unglück bringen: "Eine gemischte Crew ist viel angenehmer, als eine reine Männer- oder komplette Frauen-Mannschaft". Dann steht ja dem perfekten Winterurlaub nichts mehr im Wege… Bilder von Arved Fuchs und dem Nordpolarmeer sehen Sie in unserer Foto-Show.

Quelle: Frank Lansky, wanted.de

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