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Safari in Abu Dhabi

Luxus-Resort für Gazellen und Giraffen

31.12.2012, 16:48 Uhr | Jutta Lemcke/srt

Mit dem Jeep geht es quer durch das "Desert Island Resort". (Quelle: imago/Jochen Tack)

Mit dem Jeep geht es quer durch das "Desert Island Resort".

(Quelle: imago / Jochen Tack)
Das "Anantara Desert Islands Resort & Spa" ist das einzigen Hotel auf der Sandinsel Sir Bani Yas acht Kilometer vor der Küste von Abu Dhabi, die den Beinamen "Arabische Arche" führt. (Quelle: srt (11.12.2012/srt-Archiv/Martin Harvey/Anantara))

Das "Anantara Desert Islands Resort & Spa" ist das einzigen Hotel auf der Sandinsel Sir Bani Yas acht Kilometer vor der Küste von Abu Dhabi, die den Beinamen "Arabische Arche" führt.

(Quelle: srt (11.12.2012/srt-Archiv/Martin Harvey/Anantara))
Der Wadi-Walk, eine Trekking-Tour durch die schroffen Berge im Inneren der 87 Quadratkilometer großen Insel führt mitten durch eine in allen Erdfarben schimmernde Mondlandschaft. (Quelle: srt (11.12.2012/Jutta Lemcke))

Der Wadi-Walk, eine Trekking-Tour durch die schroffen Berge im Inneren der 87 Quadratkilometer großen Insel, führt mitten durch eine in allen Erdfarben schimmernde Mondlandschaft.



(Quelle: srt (11.12.2012/Jutta Lemcke))
Von den kargen Bergen hat man einen wunderbaren Blick auf das "Antara Desert Islands Resort & Spa". (Quelle: srt (11.12.2012/Jutta Lemcke))

Von den kargen Bergen hat man einen wunderbaren Blick auf das "Antara Desert Islands Resort & Spa".

(Quelle: srt (11.12.2012/Jutta Lemcke))
In den Bergen verstecken sich in der flirrenden Hitze des Tages Geparde unter den Felsvorsprüngen. (Quelle: srt (11.12.2012/Fabian v. Poser))

In den Bergen verstecken sich in der flirrenden Hitze des Tages Geparde unter den Felsvorsprüngen.

(Quelle: srt (11.12.2012/Fabian v. Poser))
Die Geparde und Hyänen wurden erst vor vier Jahren auf die Insel gebracht - zu einem einzigen Zweck: Sie sollten fressen - und zwar vor allem Antilopen.  (Quelle: srt (11.12.2012/Fabian v. Poser))

Die Geparde und Hyänen wurden erst vor vier Jahren auf die Insel gebracht - zu einem einzigen Zweck: Sie sollten fressen - und zwar vor allem Antilopen.

(Quelle: srt (11.12.2012/Fabian v. Poser))
Die grazilen Tiere, die sich auf so eindrucksvolle Weise dem kargen Wüstenleben angepasst haben, nahmen einfach überhand. (Quelle: srt (11.12.2012/Jutta Lemcke))

Die grazilen Tiere, die sich auf so eindrucksvolle Weise dem kargen Wüstenleben angepasst haben, nahmen einfach überhand.

(Quelle: srt (11.12.2012/Jutta Lemcke))
Als Sheikh Zayed in den 1970er-Jahren sein Projekt auf Sir Bani Yas Island in Angriff nahm, siedelte er vor allem Antilopen an. Etliche, wie den arabischen Oryx, wollte er damit vor dem Aussterben bewahren. Kaum jemand glaubte damals, dass dieses Projekt Erfolg haben würde.  (Quelle: srt (11.12.2012/srt-Archiv/Anantara Desert Islands))

Als Sheikh Zayed in den 1970er-Jahren sein Projekt auf Sir Bani Yas Island in Angriff nahm, siedelte er vor allem Antilopen an. Etliche, wie den arabischen Oryx, wollte er damit vor dem Aussterben bewahren. Kaum jemand glaubte damals, dass dieses Projekt Erfolg haben würde.

(Quelle: srt (11.12.2012/srt-Archiv/Anantara Desert Islands))
Er ließ auf der Insel unzählige Kilometer Bewässerungsschläuche verlegen und rund eine Million Bäume pflanzen. Dann holte er die Tiere auf seine Arche. Tausende von Gazellen, Schakale, Wüstenfüchse, Strauße, Pfauen - und auch Giraffen aus Kenia, die er so ins Herz schloss, dass sie sogar in seinem Garten lustwandeln durften. (Quelle: srt (11.12.2012/Fabian v. Poser))

Er ließ auf der Insel unzählige Kilometer Bewässerungsschläuche verlegen und rund eine Million Bäume pflanzen. Dann holte er die Tiere auf seine Arche. Tausende von Gazellen, Schakale, Wüstenfüchse, Strauße, Pfauen - und auch Giraffen aus Kenia, die er so ins Herz schloss, dass sie sogar in seinem Garten lustwandeln durften.

(Quelle: srt (11.12.2012/Fabian v. Poser))
Sheikh Zayeds "Arabische Arche" kam bei den Tieren gut an - zu gut: Sie vermehrten sich rasant. "Als ich vor vier Jahren als Generalmanager auf die Insel kam, hatten wir 25.000 Tiere, die meisten Antilopen", erzählt Marius Prinsloo (Foto), der als Südafrikaner ein Experte in Sachen Wildlife ist. Heute sind es 15.000 Tiere, und damit mehr als genug. Viele ließ Marius in andere Parks verlegen - und rund 1000 Gazellen im Jahr dienen den Geparden und Hyänen als leckere Mahlzeit. (Quelle: srt (11.12.2012/Jutta Lemcke))

Sheikh Zayeds "Arabische Arche" kam bei den Tieren gut an - zu gut: Sie vermehrten sich rasant. "Als ich vor vier Jahren als Generalmanager auf die Insel kam, hatten wir 25.000 Tiere, die meisten Antilopen", erzählt Marius Prinsloo (Foto), der als Südafrikaner ein Experte in Sachen Wildlife ist. Heute sind es 15.000 Tiere, und damit mehr als genug. Viele ließ Marius in andere Parks verlegen - und rund 1000 Gazellen im Jahr dienen den Geparden und Hyänen als leckere Mahlzeit.

(Quelle: srt (11.12.2012/Jutta Lemcke))

Es war Liebe auf den ersten Blick. Das kleine Mädchen lief durch den Palastgarten von Sheikh Zayed auf der Wüsteninsel Sir Bani Yas und sah das erste Mal im Leben Giraffen. Die sanften Tiere mit den kugelrunden, tiefbraunen Augen knabberten im königlichen Garten an den saftigen Blättern der Akazien und naschten die süßen Früchte von den Orangenbäumen.

"Mein Vater hat hier auf der Insel für Sheikh Zayed gearbeitet und mich früher immer mit hergenommen", erzählt Mariam. "Die Giraffen waren die Lieblingstiere des Scheichs - und meine sind es auch."



Mariam ist heute 25 Jahre alt und arbeitet als Tourguide im "Anantara Desert Islands Resort & Spa", dem einzigen Hotel auf der Sandinsel acht Kilometer vor der Küste von Abu Dhabi, die den Beinamen "Arabische Arche" führt. Mariam liebt die Wüste und möchte uns ihre Schönheit beim Wadi-Walk zeigen - einer Trekking-Tour durch die schroffen Berge im Inneren der 87 Quadratkilometer großen Insel. Die Sonne steht schon am frühen Morgen gleißend hell am Himmel, und die Luft ist so heiß, dass der Atem stockt. Mitten im Nirgendwo stoppt unser Jeep, und es geht zu Fuß weiter durch eine in allen Erdfarben schimmernde Mondlandschaft.

Riesige Steinbrocken balancieren aufeinander, schroffe Felswände fallen senkrecht in die Tiefe und zeigen immer neue Muster in einer schier unendlichen Farbvielfalt. Natürliches Wasser gibt es auf der Insel schon lange nicht mehr. Nur manchmal bringt ein plötzlicher Regen ein wenig Erfrischung.

Dann laufen kleine Bächlein für ein paar Stunden die Taleinschnitte entlang und hinterlassen weiß schimmernde Salzspuren - "salzige Insel", so heißt das Eiland schon seit Menschengedenken. In den Bergen verstecken sich in der flirrenden Hitze des Tages Geparde unter den Felsvorsprüngen, und die Hyänen ziehen ihre Beute in Höhlen, vor deren Eingängen sich sorgfältig abgenagte Knochen stapeln.

Die Geparde und Hyänen wurden erst vor vier Jahren auf die Insel gebracht - zu einem einzigen Zweck: Sie sollten fressen - und zwar vor allem Antilopen. Die grazilen Tiere, die sich auf so eindrucksvolle Weise dem kargen Wüstenleben angepasst haben, nahmen einfach überhand.

Zu Tausenden jagen sie in eleganten Sprüngen über die ausgedörrten Flächen, verbringen die heißen Mittagsstunden dösend im Schatten und ernähren sich genügsam von kleinen Blättern und Gräsern. Als Sheikh Zayed in den 1970er-Jahren sein Projekt auf Sir Bani Yas Island in Angriff nahm, siedelte er vor allem Antilopen an. Etliche, wie den arabischen Oryx, wollte er damit vor dem Aussterben bewahren. Kaum jemand glaubte damals, dass dieses Projekt Erfolg haben würde.



Unzählige Kilometer Bewässerungsschläuche und eine Million Bäume



Doch Scheikh Zayed, der bis zu seinem Tod 2004 Herrscher der Vereinigten Arabischen Emirate war und sie auf den Weg in die Zukunft führte, vollbrachte das Wunder. Er ließ auf der Insel unzählige Kilometer Bewässerungsschläuche verlegen und rund eine Million Bäume pflanzen. Dann holte er die Tiere auf seine Arche. Tausende von Gazellen, Schakale, Wüstenfüchse, Strauße, Pfauen - und auch Giraffen aus Kenia, die er so ins Herz schloss, dass sie sogar in seinem Garten lustwandeln durften.



Nur noch kontrollierte Vermehrung geplant



Sheikh Zayeds "Arabische Arche" kam bei den Tieren gut an - zu gut: Sie vermehrten sich rasant. "Als ich vor vier Jahren als Generalmanager auf die Insel kam, hatten wir 25.000 Tiere, die meisten Antilopen", erzählt Marius Prinsloo, der als Südafrikaner ein Experte in Sachen Wildlife ist. Heute sind es 15.000 Tiere, und damit mehr als genug. Viele ließ Marius in andere Parks verlegen - und rund 1000 Gazellen im Jahr dienen den Geparden und Hyänen als leckere Mahlzeit.

Doch nun muss der Inselmanager zu weiteren Maßnahmen greifen, um den unerwünschten Kindersegen zu stoppen. Männchen und Weibchen sollen künftig getrennt umherziehen, und nur noch mit Erlaubnis der Inselmanager Nachwuchs zeugen.

Doch Sir Bani Yas bietet nicht nur Wildlife, Sonne und luxuriöses Leben - die Sandinsel im Persischen Golf punktet darüber hinaus mit Zeugnissen jahrhundertealter Kultur. In den 1990er-Jahren entdeckten Archäologen die Überreste eines nestorianischen Klosters und einer Kirche aus dem siebten Jahrhundert - die einzigen Überbleibsel im Land, die aus der Zeit vor dem Islam stammen. Schüsseln aus Schildkrötenpanzer, Öllampen und auf Stein geritzte Kreuze zeugen vom frühen christlichen Leben auf der Insel, die an einer alten Handelsroute lag. Und es wird weiter gegraben. Noch 35 weitere Fundstellen warten darauf, von den Archäologen begutachtet zu werden.



Für Marius Prinsloo steht allerdings das Wohl der Vierbeiner an erster Stelle. Wenn er Tiere weggeben muss, weil der Platz auf der Insel nicht reicht, dann prüft er genau, wohin sie kommen. Natürlich liegen auch ihm Sheikh Zayeds Lieblingstiere, die Giraffen, besonders am Herzen. Vier der sensiblen Langbeiner wurden unter seiner Regie in den Kids Park nach Abu Dhabi gebracht. "Wir haben die Tiere im offenen Trailer durch Downtown Abu Dhabi gefahren. Das endete im Verkehrschaos", erinnert sich Marius. Heute freuen sich noch 44 Giraffen über das süße Leben auf ihrer Paradiesinsel - einige von ihnen genießen ganz wie früher VIP-Status und residieren königlich im Garten des Palastes. Sheikh Zayed hätte es sicher so gewollt.

Quelle: Jutta Lemcke/srt, srt

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