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Monkey 47: Gin aus dem Schwarzwald

Monkey 47: Gin aus dem Schwarzwald

26.07.2012, 10:56 Uhr | eh (CF)

Im Schwarzwald wurden Affen gesichtet – zumindest auf den Flaschenetiketten des exklusiven Monkey 47. Natürlich war es ein Brite, der den hochprozentigen Gin nach Süddeutschland brachte, dessen Rezept erst vor Kurzem wiederentdeckt wurde.

Wie aus längst vergangenen Zeiten kommt die Flasche Monkey 47 daher. Ganz so, als stamme sie aus dem Hinterstübchen einer alten Apotheke, wo noch die ganz besonderen Wässerchen gebraut werden: Klassisch braunes Glas, mit einem Korken verschlossen und ein reduziertes Etikett, das eher an eine große Briefmarke erinnert. Darauf abgebildet ist ein Javaneraffe. Nein, dieser Monkey 47 Gin stammt nicht aus den 1940er-Jahren. Die 47 steht stattdessen für den Alkoholgehalt und gleichzeitig für die Anzahl der enthaltenen Kräuter, Gewürze und anderen pflanzlichen Inhaltsstoffe. Eines kurz vorweg: Der Monkey 47 ist wirklich ein ausgezeichneter Gin mit außergewöhnlichem Geschmack – doch was ihn fast noch mehr auszeichnet, ist seine Geschichte, die Sie mit der 0,5-Liter-Flasche gleich mit erwerben. Ob die Geschichte der Wahrheit entspricht oder ob es sich bloß um geschicktes Marketing handelt, lässt sich an dieser Stelle nicht überprüfen. Doch eigentlich ist das auch zweitrangig, denn die Geschichte ist einfach gut: Sie beginnt mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs im Juli 1945, als der in Indien geborene Brite Montgomery Collins, Mitglied der Royal Air Force, in den britischen Sektor nach Berlin versetzt wurde.

In seiner Freizeit engagierte er sich für den Wiederaufbau der Hauptstadt, indem er unter anderem eine Patenschaft für den Javaneraffen "Max" des Berliner Zoos übernahm – jener Affe, der später der Namensgeber des Schwarzwald-Gins werden sollte. Nach sechs Jahren endete sein Dienst bei der Air Force, und Collins ging in den Schwarzwald, um das Uhrmacherhandwerk zu erlernen – vergeblich. Und so eröffnete er ein Gasthof "Zum wilden Affen" und destillierte hierfür eigens einen Gin, den späteren Monkey 47, dessen Zutaten zu großen Teilen aus der Region stammten. "Max the Monkey" nannte er den Gin, der bald in Vergessenheit geriet und erst bei einer Renovierung des Gasthofes um die Jahrtausendwende wiederentdeckt wurde – gemeinsam mit der Originalrezeptur. Alexander Stein und Christoph Brenner, bereits bekannt in der "Brennerei-Szene", nahmen dies zum Anlass, den Monkey 47 Schwarzwald Dry Gin nach dem Rezept Montgomery Collins wieder aufleben zu lassen. Seit 2010 ist die exklusive Spirituose zu einem nicht minderexklusiven Preis von mehr als 30 Euro für die Halbliterflasche erhältlich. Doch wie eingangs bereits erwähnt: Allein die Flasche macht diesen Gin zu einem Must-have für jede Bar und jeden Gin-Liebhaber.

Monkey 47: Der Gin mit der "Schwarzwald DNA"

Welch ein Glück, dass der Monkey 47 nicht nur mit seiner spannenden Geschichte und der ansprechend gestalteten Flasche punkten kann, sondern auch in Sachen Geschmack so einiges zu bieten hat. Er unterscheidet sich von den modernen Gin-Sorten durch seinen sehr kräftigen Geschmack, der den Schwarzwälder Fichten sehr viel Raum gibt. Auch die Wacholdernote ist sehr deutlich zu herauszuschmecken – wobei der Wacholder nicht (wie ursprünglich) aus der Region, sondern aus der Toskana stammt. Durch die etwa hunderttägige Reifezeit in Steingutfässern fügen sich aber auch die übrigen Essenzen zu einem komplexen Geschmackserlebnis zusammen, das die doch recht exentrische Bezeichnung "Schwarzwald DNA" verpasst bekommen hat. So zeichnet den Monkey 47 eben vor allem die ausgewogene Mischung aus exotischen Zutaten aus Asien und heimischen Ingredienzen aus dem Schwarzwald aus, darunter auch das besonders weiche Quellwasser der Region. Für den scharfen, pfeffrigen Abgang sorgen dann unter anderem Zugaben wie Ingwer, Kardamom, Gewürznelken und Süßholz. Der Monkey 47 wird damit sowohl pur als auch als Tonic zu einem wahren Genuss.

Quelle: eh (CF)

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