24.07.2012, 7:58 Uhr | Benedikt Sauer
Eine eigene Plattensammlung war schon immer etwas besonderes, heute mehr denn je. Doch bedarf sie auch besonderer Pflege, wenn sie ein Leben lang ein echter Schatz bleiben soll. Das schwarze Gold ist anfällig für Schmutz, Staub, Kratzer und Verformungen. Die Liste der potentiellen Schädlinge ist lang, doch genauso umfassend sind die Mittel zur Abwehr. Wir verraten Ihnen, wie Sie Ihre Sammlung richtig lagern und pflegen.
Viele haben vor 30 Jahren, als die Musik-CD ihren Siegeszug antrat, ihre Plattensammlung irgendwann einfach irgendwo in den Keller verfrachtet. Ein böser Fehler, denn Keller sind bekanntlich gerne mal feucht und schmutzig, das mag die Schallplatte so gar nicht. Wie schön, dass seit einigen Jahren immer mehr Musikfans ihre tiefe Liebe zum Vinyl wiederentdecken. Dann dürfen die Schallplatten auch wieder an den Ort, an dem sie sich am wohlsten fühlen – in die Nähe eines edlen Plattenspielers, hochkant an einer trockenen, sauberen Stelle gelagert.
Da springt die Nadel nicht vor Freude
Selbst die leichte Schieflage sollte bei der Lagerung unbedingt vermieden werden, auch wenn es im Regal vielleicht schicker ausschaut, um freie Räume im Regal zu füllen. Denn dadurch könnten sich die Platten mit der Zeit verformen. Auch durch zu großen Druck kann das passieren, selbst stehend gelagert, wenn Sie aus Platzmangel zu viele Scheiben in ein Fach hineinpressen. Faustregel: Ein Blatt Papier sollte immer noch dazwischen passen. >>
Der Worst Case tritt jedoch ein, wenn Sie Ihre Platten großer Hitze aussetzen, zum Beispiel durch direkte Sonneneinstrahlung, durch die übrigens auch das Cover ausgebleicht wird. Vinyl ist ein ohnehin schon sehr weiches Material und schmilzt bei Temperaturen jenseits der 35 Grad quasi nur noch so dahin – bis zur Unbrauchbarkeit.
Und ist die Platte erst einmal verformt, lässt sie sich nur noch mit harten Mitteln und Qualitätseinbußen wieder geradebiegen. Behalten Sie das im Hinterkopf, wenn Sie das nächste Mal im Hochsommer über den Flohmarkt schlendern und auf eine nette Plattensammlung stoßen.
Gegen Staub und Schmutz gefeit
Eine Platte ist nur dann ein kleiner Schatz, wenn sie auch wie einer behandelt wird. Für echte Liebhaber und Sammler ist deshalb eine extra Kunststoff-Schutzhülle für das Cover Pflicht. >>
Die gibt es beispielsweise im Fachhandel, genauso wie gefütterte, antistatische Innenhüllen, mit denen Sie die Standard-Papier-Innenhüllen austauschen sollten. Das hat den Zweck, dass so die statische Aufladung der Vinylscheibe möglichst gering gehalten wird, um dadurch weniger Staub aus der Umgebung anzuziehen. Da hilft auch eine Antistatik-Auflage auf dem Plattenteller.
Spezielle Karbonbürsten zur Staubentfernung benutzen
Früher oder später wird es jedoch dazu kommen, dass Sie Ihre Platten von zu viel Staubablagerungen befreien müssen. Verwenden Sie dafür keinesfalls ein trockenes Tuch oder irgendwelche Hausmittelchen, denn beides könnte das Vinyl beschädigen. Staub lässt sich am besten mit einer speziellen Karbonbürste entfernen, nachdem die Platte auf den Teller gelegt wurde. Bei starken Verschmutzungen verwenden Sie ein feuchtes Mikrofasertuch – aber behutsam! Wer viele hundert Platten oder mehr sein Eigen nennt, denkt über die Anschaffung einer ordentlichen Schallplatten-Waschmaschine (mit Absaugung) nach.
Mehr Ratschläge? Das komplette Kompendium mit den besten Tipps und Tricks zur Plattenpflege finden Sie in unserer Artikel-Show!
Quelle: Benedikt Sauer, wanted.de
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