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Freimaurer - Geheimbund für Männer

Freimaurer - Geheimbund der Aufklärer

27.09.2011, 12:35 Uhr | Frank Lansky

Viele Geheimnisse ranken sich um die Freimaurer (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Viele Geheimnisse ranken sich um die Freimaurer.

(Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Um die Freimaurer ranken sich seit Jahrhunderten Gerüchte, Mythen und Verschwörungstheorien. Im Nationalsozialismus und Kommunismus verfolgt, von der Inquisition drangsaliert und in der islamischen Welt nicht geduldet – die Freimaurerei war zu allen Zeiten als elitärer Geheimclub revolutionärer Freigeister suspekt. wanted.de blickt hinter die Kulissen des auch "Königliche Kunst" genannten Männerbundes.

Die Ursprünge der Freimaurer reichen bis ins 6. Jahrhundert zurück.  Mönche – vor allem Benediktiner – schließen sich mit Laien beim Bau von Klöstern und Kirchen zu Bruderschaften zusammen und organisieren sich zum Schutz vor Überfällen. Daraus entwickeln sich die Maurer-Verbindungen. Ab dem 11. Jahrhundert blüht der Dombau in ganz Europa. Während Bauern und Bürger selten ihren Geburtsort verlassen, kommen die Maurer und Steinmetze viel herum. Mit einem grenzübergreifenden Netzwerk von Bauhütten – auf Englisch “Lodges“, also “Logen“ - erregen sie bei den lokalen Herrschern Misstrauen. Der Maurer-Club ist elitär und tolerant zugleich: Geheime Handzeichen – genannt Handschenk – schließen Nicht-Brüder aus. Die Arbeit in schwindelnder Höhe erfordert hohes Geschick, die Zunft nimmt nur die Besten auf. Natürlich behalten die Fachleute aus Konkurrenzgründen ihr Fachwissen für sich. Stand oder Nationalität spielen aber keine Rolle, äußerst ungewöhnlich im Mittelalter.

Der Begriff Freemason taucht zum ersten Mal ab dem Jahr 1396 beim Bau der Kathedrale von Exeter auf. Über hundert Jahre später wird der Begriff Freimaurer in den Reichstatuten von König Heinrich VII. erwähnt. Revolutionäre Ideen im Verborgenen Aus der Straßburger Steinmetz-Ordnung von 1563 geht hervor, dass die Bauhütten nicht nur konfessionelle, sondern auch ethische und soziale Fragen regeln. In England entstehen die ersten großen Freimaurerlogen beim Bau der Londoner St. Paul‘s Cathedral.

Aus den bis dahin lose miteinander verbundenen vier Logen wird am 24. Juni 1717 die erste Großloge. Der 24. Juni - der Johannistag - ist seitdem der höchste Feiertag der modernen Freimaurer. Die Steinmetz-Bruderschaften genießen wegen ihrer toleranten Haltung in der Aufklärung hohes Ansehen.

Sie ziehen Adelige, Bürgerliche, Dichter und Denker, Kaufleute und Kirchenmänner an. Letztlich ist die Loge eine ständelose – wenn auch auf Männer begrenzte –  Urdemokratie, die seit jeher absolutistischen Herrschern und totalitären Machthabern suspekt ist. Ihre Gegner halten die Freimaurer für Verschwörer, die nach der Weltherrschaft greifen. Sie unterstellen ihnen mitunter okkulte Handlungen. Inzwischen ist die Freimaurerei zu einem globalen Club mit rund sechs Millionen Mitgliedern gewachsen, die sich für Demokratie und Menschenrechte einsetzen. Weil die Brüder zur Verschwiegenheit verpflichtet sind, blühen revolutionäre Ideen, wie sich in der amerikanischen Revolution gegen die englische Krone zeigt. Persönlichkeiten aus Politik und Kultur Benjamin Franklin war einer von 13 Unterzeichnern der US-Unabhängigkeitserklärung und Freimaurer. Ebenso der erste Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, George Washington. Weiter Teddy und Franklin D. Roosevelt sowie Lyndon. B. Johnson. Kemal Atatürk war Logenbruder, ebenso Friedrich der Große und Kaiser Wilhelm I., ferner Winston Churchill.

Auch Goethe und Mozart waren Logenbrüder Auch Johann Wolfgang von Goethe, Heinrich Heine oder Gotthold Ephraim Lessing zählten zum Geheimbund. Ebenso der russische Dichter Alexander Puschkin, die Komponisten Joseph Haydn, Franz Liszt und Wolfgang Amadeus Mozart. Er widmete den Brüdern seine Oper “Die Zauberflöte“. Weiter Kurt Tucholsky, Alexander Fleming, der Entdecker des Penicillins, Gustave Eiffel und Jean Henri Durnant, der Gründer des Roten Kreuzes sowie viele andere. Für Entsetzen sorgte die Tatsache, dass der Täter der Anschläge in Norwegen Anders Behring Breivik ebenfalls Freimaurer war. Er wurde nach den Amokläufen in Oslo im Sommer 2011 umgehend aus der norwegischen Johannisloge ausgeschlossen.

Die Suche nach der Erleuchtung

Freimaurer sehen sich nicht als Religionsgemeinschaft. Sie wollen durch gemeinsames Nachdenken Orientierung im Leben finden. Sie lernen geheime Zeichen und Code-Wörter. Gespräche über Politik und Religion sind heute gemäß den Alten Pflichten tabu. Winkel, Stein und Zirkel und das Allsehende-Auge Zu den traditionellen Symbolen des Bundes zählen Winkelmaß, der kubische Stein und der Zirkel. Ferner der Totenkopf, der an die Vergänglichkeit des Lebens erinnert und das Pentagramm, Zeichen für einen gebrochenen Lichtstrahl. Nach Angaben deutscher Freimaurer ist das auf dem Dollar-Schein abgebildete Allsehende Auge – auch Freimaurer-Auge genannt – kein originäres Symbol der Verbindung. Vielmehr ist es ein antikes Gottes-Zeichen, das schon in der ägyptischen Mythologie und im Christentum bekannt war. Die Brüder entscheiden über die Aufnahme Theoretisch kann jeder Mann Freimaurer werden, der volljährig ist und einen guten Leumund besitzt. Interessenten können sich melden oder empfehlen lassen. Der Aufnahmewillige muss begründen, warum er Freimaurer werden möchte. Zudem braucht er einen Bürgen. Dann erfolgt die so genannte Kugelung oder Ballotage. In der geheimen Abstimmung werfen die Logenbrüder weiße oder schwarze Kugeln in eine Holzschachtel. Bei ein oder zwei schwarzen Kugeln müssen die Ablehnenden ihre Haltung offen begründen. Ab drei schwarzen Kugeln ist der Kandidat automatisch abgelehnt. Ist aus dem Suchenden ein Freimaurer geworden, muss er sich in verschiedenen Graden nach oben dienen und die Utensilien der Bruderschaft tragen: Dazu gehören ein Schurz, der um die Hüfte getragen wird, weiße Handschuhe und ein so genanntes Bijoux, das Abzeichen seiner Loge.

Quelle: Frank Lansky, wanted.de

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