04.12.2012, 8:37 Uhr | Heiko Dilk/ Raufeld
Mit motorsportlichen Erfolgen und Modellen vom ersten M1 bis hin zum M6 Coupé hat die BMW Motorsport GmbH über vier Jahrzehnte maßgeblich zum sportlichen Image von BMW beigetragen. Werfen Sie in unserer Foto-Show einen Blick auf die Historie der BMW M-Modelle oder schauen Sie sich das Video zum 560 PS starken M6 an.
Das erste Auto, das offiziell das große M von BMWs Motorsportabteilung im Namen trug war der M1. Er war das aufsehenerregendste Fahrzeug der BMW Motorsport GmbH, ihr erster und einziger eigenständiger Sportwagen - allerdings konnte der M1 nie nennenswerte sportliche Erfolge feiern.
Mythos M1
Der M1 war ein für die Rennstrecke konzipierter Mittelmotor-Sportler, von dem ab 1978 400 Exemplare für den Straßenverkehr gebaut werden sollten. Das war notwendig, weil das Reglement der Gruppe-4-Rennwagen es so vorsah. Doch in dieser Klasse trat er nicht an. Verspätungen bei der Produktion und Reglement-Änderungen machten den M1 als Rennwagen für die Gruppe 4 obsolet. Doch Jochen Neerpasch, der ehemalige Porsche-Werksfahrer und erste Chef von BMWs Motorsportabteilung, tüftelte gemeinsam mit Bernie Ecclestone und Max Mosley die Procar-Serie aus. >>
Diese wurde 1979 und 1980 im Rahmen der europäischen Formel-1-Rennen ausschließlich mit M1-Werksautos ausgetragen. Begonnen hatte alles im Mai 1972. Zunächst 35 Leute kümmerten sich in der neu gegründeten Abteilung ausschließlich um den BMW Rennsport. Die ersten M-Wagen waren ein BMW 2002 für den Rallye-Einsatz und das Coupé 3.0 CSL für den Tourensport, das zwischen 1973 und 1979 sechs Mal die Tourenwagen-Europameisterschaft gewann.
Der Formel-1-Motor brachte den Erfolg
1980 begann die Motorsport GmbH dann auch mit der Entwicklung eines Formel-1-Motors, mit dem Brabham 1983 die Weltmeisterschaft gewann. Das Triebwerk hatte lediglich vier Zylinder, 1,5 Liter Hubraum und leistete dank Turbo-Aufladung zunächst 800 PS. Das vergisst man heute leicht: Die Motorsport GmbH baute schon früh leistungsfähige Turbomotoren für den Rennsport. >>
Doch der Ruf der M-Autos für die Straße beruht auf hochdrehenden Saugmotoren. Angefangen beim Reihen-Sechszylinder des M1, der später im M5 und im M635CSi zum Einsatz kam, über den 2,3-Liter-Vierzylinder im ersten M3 von 1986, der in seiner Rennversion zum erfolgreichsten Tourenwagen aller Zeiten wurde.
"Das war ganz klar eine Frage der besten Option", wie der jetzige M-GmbH-Chef Friedrich Nitschke sagt. "Und damals war der Sauger die deutlich bessere Option." Heute indes ist das angesichts von Emissionsvorschriften der Turbo. Oder sogar der Diesel, denn auch davon gibt es inzwischen Fahrzeuge mit dem Segen des M.
Zurück in den Motorsport?
Mit dem motorsportlichen Engagement von BMW hat die inzwischen von BMW Motorsport GmbH in BMW M GmbH umbenannte Abteilung indes schon seit 1993 nichts mehr zu tun. Sie bietet Fahrertrainings für Privatleute an, und seit 1992 gehört auch die weitergehende Individualisierung von Serienmodellen zu den Aufgaben.
Ganz vernünftig wird die M GmbH deshalb nicht. Auf die Frage, ob er gerne wieder einen Mittelmotorsportler wie den M1 bauen wolle, sagt Nitschke: "Ich kenne keinen M-Chef, der nicht in dieser Richtung träumen würde. Wir haben die Technik, das Know-how, alles ist da. Im Haus ist die komplette Kompetenz da, eventuell einen Supersportler zu bauen. Was uns fehlt, ist letztlich das ganz klare Go."
"Stimmung im Stall" bei 560 Pferdestärken und ein kraftvoller Sound begeistern nicht nur BMW-Fans. [zum Video]
Quelle: Heiko Dilk/ Raufeld , wanted.de
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