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Django Unchained: Interview mit Quentin Tarantino

Tarantino: "Der Film ist definitiv ein Epos"

18.01.2013, 10:28 Uhr | Das Interview führte Joe Utichi

Quentin Tarantino bei der Deutschlandpremiere von "Django Unchained" in Berlin. (Quelle: Reuters)

Quentin Tarantino bei der Deutschlandpremiere von "Django Unchained" in Berlin.

(Quelle: Reuters)
Mit seinem Regiedebüt "Reservoir Dogs" (1992) begeisterte Quentin Tarantino auf dem renommierten "Sundance Film Festival" die Kinofans. Der Film erzählt die Geschichte von acht Bankräubern, die sich nach einem misslungenen Coup gegenseitig misstrauen und töten - einen nach dem anderen. (Quelle: Allstar)

Mit seinem Regiedebüt "Reservoir Dogs" (1992) begeisterte Quentin Tarantino auf dem renommierten "Sundance Film Festival" die Kinofans. Der Film erzählt die Geschichte von acht Bankräubern, die sich nach einem misslungenen Coup gegenseitig misstrauen und töten.

(Quelle: Allstar)
Für "True Romance" (1993) verfasste Tarantino das Drehbuch: Der Film erzählt die Geschichte eines frisch verheirateten Paares (gespielt von Patricia Arquette und Christian Slater), dem das Schicksal einen Koffer voll Kokain zuspielt, das sie anschließend gewinnbringend loswerden wollen. Doch sowohl Polizei als auch Mafia heften sich an ihre Fersen... (Quelle: Allstar)

Für "True Romance" (1993) verfasste Tarantino das Drehbuch: Der Film erzählt die Geschichte eines frisch verheirateten Paares (gespielt von Patricia Arquette und Christian Slater), dem das Schicksal einen Koffer voll Kokain zuspielt, das sie anschließend gewinnbringend loswerden wollen. Doch sowohl Polizei als auch Mafia heften sich an ihre Fersen...

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Mit "Pulp Fiction" (1994) setzte sich der Regisseur ein filmisches Denkmal. Auch der Soundtrack ging in die Musikgeschichte ein. Samuel L. Jackson und John Travolta begeisterten als philosophierende Killer, die Kleinkriminellen das Fürchten lehren, mit Harvey Keitel Blut und Gehirnmasse beseitigen, sich dem Charme von Gangsterbraut Uma Thurman erwehren müssen und vieles mehr. (Quelle: Allstar)

Mit "Pulp Fiction" (1994) setzte sich der Regisseur ein filmisches Denkmal. Auch der Soundtrack ging in die Musikgeschichte ein. Samuel L. Jackson und John Travolta begeisterten als philosophierende Killer, die Kleinkriminellen das Fürchten lehren, mit Harvey Keitel Blut und Gehirnmasse beseitigen, sich dem Charme von Gangsterbraut Uma Thurman erwehren müssen und vieles mehr.

(Quelle: Allstar)
Quentin Tarantino schrieb das Drehbuch für den Action-Splatter-Movie "From Dusk Till Dawn" (1996). Außerdem spielte er eine Nebenrolle, was ihm eine Nominierung als schlechtester Nebendarsteller für die "Goldene Himbeere" einbrachte: George Clooney und Tarantino spielen zwei Knastbrüder, die raubend und mordend durch die USA ziehen, bis sie schließlich im legendären Lokal Titty Twister einkehren, in dem nicht nur Salma Hayek (Szenenbild) eine Überraschung für sie parat hat... (Quelle: Allstar)

Quentin Tarantino schrieb das Drehbuch für den Action-Splatter-Movie "From Dusk Till Dawn" (1996). Außerdem spielte er eine Nebenrolle, was ihm eine Nominierung als schlechtester Nebendarsteller für die "Goldene Himbeere" einbrachte: George Clooney und Tarantino spielen zwei Knastbrüder, die raubend und mordend durch die USA ziehen, bis sie schließlich im legendären Lokal Titty Twister einkehren, in dem nicht nur Salma Hayek (Szenenbild) für Überraschungen sorgt

(Quelle: Allstar)
Der Episodenfilm "Four Rooms" ("Silvester in fremden Betten") aus dem Jahr 1996 erzählt von einem haarsträubenden Abend in einem Hotelzimmer, an dem alles schief läuft. Die Geschichte ist in vier Erzählstränge aufgesplittet. Vier Helden erleben jeweils unterschiedliche Katastrophen in vier verschiedenen Hotelzimmern. (Quelle: Allstar)

Der Episodenfilm "Four Rooms" ("Silvester in fremden Betten") aus dem Jahr 1996 erzählt von einem haarsträubenden Abend, an dem alles schief läuft. Die Geschichte ist in vier Erzählstränge aufgesplittet. Vier Helden erleben jeweils unterschiedliche Katastrophen in vier verschiedenen Hotelzimmern.

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Ebenfalls zum Kultfilm avancierte der Thriller "Jackie Brown" (1997), in dem Pam Grier die Hauptrolle spielte. Auch hier ist die Filmmusik sehr hörenswert! (Quelle: Allstar)

Ebenfalls ein Tarantino-Kultfilm, jedoch einer, der leisere Töne anschlägt: "Jackie Brown" (1997) erzählt die Geschichte der Stewardess Jackie Brown (Pam Grier) die für den Waffenhändler Ordell (Samuel L. Jackson) Geld in die USA schmuggelt. Als sie von der Polizei erwischt wird, bietet ihr der Bundesbeamte Ray Nicolet (Michael Keaton) einen Deal an. Mit Hilfe des Kautionsvermittlers Max Cherry (Robert Forster) legt sie schließlich alle aufs Kreuz.

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Tarantinos bizarre Action-Komödie "Kill Bill Volume 1" (2003) erzählt von der erbitterten, blutreichen Rache einer erzürnten Braut (Uma Thurman), der man ihr Liebstes genommen hat: ihr Kind. (Quelle: Allstar)

Tarantinos bizarre Action-Komödie "Kill Bill Volume 1" (2003) erzählt von der erbitterten, blutreichen Rache einer erzürnten Braut (Uma Thurman), der man ihr Liebstes genommen hat: ihr Kind.

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Genauso sehenswert und brutal ist die Fortsetzung "Kill Bill - Volume 2", die 2004 in die Kinos kam. Beatrixx Kiddo (Uma Thurman) macht sich weiter auf zu ihrem Ex-Geliebten Bill, um ihn schließlich mit der "Fünf-Punkte-Pressur-Herzexplosions-Technik" zu töten. Sensationell: Die Szene, in der sie sich aus dem Sarg befreit und durch die Erde nach oben wühlt. (Quelle: Allstar)

Genauso sehenswert und brutal ist die Fortsetzung "Kill Bill - Volume 2", die 2004 in die Kinos kam. Beatrixx Kiddo (Uma Thurman) macht sich weiter auf zu ihrem Ex-Geliebten Bill, um ihn schließlich mit der "Fünf-Punkte-Pressur-Herzexplosions-Technik" zu töten. Sensationell: Die Szene, in der sie sich aus dem Sarg befreit und durch die Erde nach oben wühlt.

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Ästhetisch brillant ist die Comic-Verfilmung "Sin City" (2005), die Robert Rodriguez, Frank Miller und Quentin Tarantino auf die große Leinwand brachten. (Quelle: Allstar)

Ästhetisch brillant und sehr blutrünstig ist die Comic-Verfilmung "Sin City" (2005), die Alexander Rodriguez und Frank Miller auf die große Leinwand brachten. Quentin Tarantino war als Gastregisseur beteiligt. Der Film erzählt von dem düsteren, abgefuckten Alltag in "Sin City", wo kannibalistische Psychopathen, korrupte Polizisten und schießwütige Prostituierte ihr Unwesen treiben.

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Tarantinos Gewaltspirale drehte sich mit "Death Proof" aus dem Jahr 2007 weiter. (Quelle: Allstar)

Tarantinos Gewaltspirale drehte sich mit "Death Proof" aus dem Jahr 2007 weiter: Stuntman Mike (Kurt Russell) sucht hübsche, junge Frauen, die er mit seinem präparierten Stunt-Auto in den Tod schicken kann. Aber er hat seine Rechnung ohne Kim (Tracie Toms), Zoe (Zoe Bell), Abernathy (Rosario Dawson, Bild) und Lee (Mary Elizabeth Winstead) gemacht. Sie drehen den Spieß um und jagen ihn.

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Für Fans von Zombie-Action und blutigem Crime: "Grindhouse" (2007) vereint "Planet Terror" und "Death Proof". Diese 184 Minuten sind nur was für hartgesottene Tarantino-Fans. (Quelle: Allstar)

Für Fans von Zombie-Action und blutigem Crime: "Grindhouse" (2007) vereint "Planet Terror" von Robert Rodriguez mit Rose Mac Gowan in der Hauptrolle und Tarantinos "Death Proof". Diese 184 Minuten sind nur etwas für hartgesottene Tarantino-Fans.

(Quelle: Allstar)
Ein ungewöhnlicher Tarantino-Film: Mit "Inglorious Basterds" drehte der Kult-Regisseur erstmals einen Kriegsfilm - und hatte damit großen Erfolg. Er erzählt in fünf Kapiteln vom Widerstand gegen die Nazis und der Rache einer Jüdin, deren komplette Familie vor ihren Augen getötet wurde. Diese Rache führt zu einem kathartischen Feuersturm, in dem Hitler, Göbbels und Co. vernichtet werden. Der Film wurde für acht Oscars nominiert. Einen davon gewann Christoph Waltz für die beste Nebenrolle. (Quelle: Allstar)

Ein ungewöhnlicher Tarantino-Film: Mit "Inglorious Basterds" drehte der Kult-Regisseur erstmals einen Kriegsfilm - und hatte damit großen Erfolg. Er erzählt in fünf Kapiteln vom Widerstand gegen die Nazis und der Rache einer Jüdin, deren komplette Familie vor ihren Augen getötet wurde. Diese Rache führt zu einem kathartischen Feuersturm, in dem Hitler, Göbbels und Co. vernichtet werden. Der Film wurde für acht Oscars nominiert. Einen davon gewann Christoph Waltz für die beste Nebenrolle.

(Quelle: Allstar)
Auch in Tarantinos neuestem Film "Django Unchained" (2013) ist Christoph Waltz wieder dabei - an der Seite von Jamie Foxx. (Quelle: dapd)

Auch in Tarantinos neuestem Film "Django Unchained" (2013) ist Christoph Waltz wieder dabei - an der Seite von Jamie Foxx. Dieses Mal versucht sich Tarantino im Western-Genre. In einem drei Stunden langen bildgewaltigen Epos setzt er sich mit den Rache-Fantasien eines Ex-Sklaven auseinander. Auch in diesem Film sieht man die für Tarantino typischen cartoonhaften Gewaltorgien.

(Quelle: dapd)

"Django Unchained" - Quentin Tarantinos neues Meisterwerk ist in den deutschen Kinos gestartet. Im Interview verrät der Kult- Regisseur von Pulp Fiction und Inglourious Basterds, warum er jetzt einen Western gedreht hat, darin ein deutscher Cowboy auftaucht und warum Jamie Foxx der perfekte "Django" ist.

Sie haben schon lange davon gesprochen, einmal einen Western drehen zu wollen. Allerdings hat es mit diesem Vorhaben erst jetzt geklappt. Geht für Sie damit ein Traum in Erfüllung? Ich wollte schon immer einen Western drehen. Im Grunde ist für mich allein die Möglichkeit, überhaupt Filme machen zu können, ein wahr gewordener Traum; egal, um welches Genre es geht. Mit Reservoir Dogs zum Beispiel wurde mein Traum wahr, einen Gangster-Film zu drehen. Es gefällt mir eben, mich an verschiedenen Genres zu versuchen – ein Kriegsfilm, Gangster, ein Martial-Arts-Film und jetzt ein Western. Ich habe Western schon immer gemocht und Elemente daraus fanden sich auch in meinen anderen Filmen.

Nachdem ich das Thema einige Male zuvor sozusagen „verkleidet“ hatte – insbesondere im Fall von Kill Bill Vol. 2 und Inglourious Basterd – ist es schön, nun endlich einen richtigen Western umsetzen zu können. Und selbst jetzt ist es kein „richtiger“ Western, denn die Handlung spielt ja im Süden. Ich bin das Ganze also eher unkonventionell angegangen.

Und es gibt bei Ihnen einen deutschen Cowboy. Richtig, das Interessante ist ja, dass Franco Nero als Italiener den Django im ersten Film spielte. Und dann gab es noch einen mit Terrence Hill: „Django und die Bande der Gehenkten“, in der dieser offensichtlich dieselbe Figur verkörpert. Aber daneben gibt es noch 39 andere „Django“-Filme, die mit dem echten Django überhaupt nichts zu tun haben – manchmal findet sich darin noch nicht mal jemand, der überhaupt Django heißt. Aus meiner Sicht stehen wir den vielen inoffiziellen „Django“-Sequels, in denen es auch keinen „Franco Nero“-Charakter gibt, in nichts nach.

Dafür machen wir aus ihm einen befreiten Sklaven, was ziemlich cool ist. Und dann kommt noch dieser Deutsche als Kopfgeldjäger-Zahnarzt dazu. Das ist schon ziemlich speziell! [lacht]

Wie haben Sie Jamie Foxx gecastet? Wir hatten ein Treffen und da war er einfach grandios. Er verstand die Story, deren Kontext und die historische Bedeutung des Films. Jamie spielt diese Rolle für mich, für die große Leinwand, für sich selbst, aber auch für seine Vorfahren. Er kann heute die Sachen machen, die seinen Vorfahren verwehrt blieben. Für ihn und seine Leute ist das eine sehr wichtige Geschichte; für alle Amerikaner, für alle Menschen. Und das hat er sofort kapiert, zu 100 Prozent. Er ist ein toller Schauspieler und passt einfach perfekt in diese Rolle. Auch weil er diese gewisse Cowboy-Art an sich hat. Als ich ihn traf, dachte ich an die Schwarzen, die in den 60ern als Stars von Western-Serien gecastet wurden, und konnte mir Jamie gut in seiner eigenen Serie vorstellen. Er macht auf dem Pferd und in diesem Outfit eine tolle Figur. Nach Jackie Brown geht es auch in diesem Film wieder um das Thema der Hautfarbe. Haben sie manchmal Bedenken, wenn sie solche Themen anpacken? Absolut nicht. Mir ist immer bewusst, dass einige Leute sich irgendwie dazu äußern werden, aber das geht vorüber und der Film bleibt als solcher bestehen. Und überhaupt: Nichts von all dem, was irgendjemand vielleicht zu sagen hat, wird mich jemals von irgendetwas abhalten. Das alles macht mir also nichts aus. Immer, wenn jemand bei diesem Thema ein Fass aufmachen will, sage ich einfach: „Ja, stimmt schon, aber gleichzeitig ist es auch einfach ein cooler Western“.

Welche Herausforderungen waren damit verbunden, einen Western zu drehen? Das Wetter! [lacht] Das Wetter war das größte Problem. Also etwas, über das man keinen Gedanken verschwendet, wenn man sich einen Western nur ansieht. Mal regnet es, mal ändert sich das Licht komplett – morgens hatten wir völlig andere Lichtverhältnisse als später am Tag. Das war wirklich das größte Problem, weil du nach einer Veränderung des Lichts plötzlich deine Szene nicht mehr abschließen konntest. Daran konnte auch mein dreifach Oscar-prämierter Kameramann nichts ändern. Diese Sache war also die größte Herausforderung, alles andere war einfach traumhaft. Im Gegensatz zu Ihren letzten Filmen gibt es dieses Mal eine oder zwei Figuren, die etwas stärker im Mittelpunkt stehen. Könnte man sagen, dass dieser Film sich etwas geerdeter anfühlt? Nein, der Film ist definitiv ein Epos. Spaghetti-Western sind für mich keine „Exploitation“-Filme. Sie haben die gleiche Daseinsberechtigung wie die US-Western – und in der Tat mag ich Spaghetti-Western etwas lieber. Ich versuche bewusst, mich von der „Exploitation“-Schiene fernzuhalten. Denn ich habe es hier mit einem sehr „exploitativen“ Thema zu tun. Niemand soll den Eindruck haben, dass die Frauen oder die Sklaven im Film reißerisch dargestellt werden. Ich stelle diese Figuren nämlich ganz und gar nicht reißerisch dar, sondern bezeuge lediglich, wie genau das damals mit ihnen gemacht wurde.

Trailer 'Django Unchained'  (Quelle: Sony)
Neuer Trailer zu Tarantinos "Django Unchained"

Dieser Western könnte ein echter Knaller werden. Im neuen Film des Kult-Regisserus treten Jamie Foxx und Christoph Waltz gegen Leonardo DiCaprio an.

VIDEO: "Django Unchained"

Quelle: Das Interview führte Joe Utichi, wanted.de

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