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Der Talk-Knigge fürs Business

Der Talk-Knigge fürs Business

29.08.2011, 12:55 Uhr | Benedikt Sauer

Smalltalk: Politik, Religion und Krankheiten sind tabu. (Quelle: imago)

Smalltalk: Politik, Religion und Krankheiten sind tabu.

(Quelle: imago)

Reden ist Silber, Schweigen ist Gold? Nicht unbedingt. Denn gerade im Berufsleben können Sprachgewandtheit und klug gewählte Körpersprache erfolgsentscheidend sein. Wie Sie stets das Richtige sagen und welche Regeln Sie dabei beachten sollten, weiß unsere Expertin Anke Quittschau vom Coaching-Institut „korrekt!“.

Am Anfang eines jeden Gesprächs steht die Begrüßung. Präsentieren Sie sich grundsätzlich offen und schauen Sie Ihrem Gegenüber beim Reden in die Augen. Aber nicht starren! Die Hände sind in Hüfthohe, greifen beispielsweise einen Stift oder Zettel. Dabei unbedingt die rechte Hand auf Abruf halten, falls es zum Handschlag kommt. „Wenn Sie erst noch schnell die Hand freimachen müssen, wirken Sie automatisch unvorbereitet“, sagt Quittschau. Generell gilt: „Die ranghöhere Person entscheidet, ob es überhaupt zum Händedruck kommt.“ Tratschen mit System Was folgt ist der obligatorische Smalltalk. Eine Kunst für sich, die es zu beherrschen gilt. „In Deutschland ist der kurze Schwatz mit einem eher schlechten Image behaftet, dabei wird er international als enorm wichtig angesehen“, erklärt Quittschau. „Smalltalk lockert die Atmosphäre, schafft Sympathie und klärt die insgeheime Frage, ob man mit dieser Person überhaupt Geschäfte machen möchte."

Wer nicht weiß, über was er reden soll, orientiert sich an den Begriffen Ort, Umfeld und Anlass. „Hieraus lässt sich immer ein Gespräch einleiten“, sagt die Expertin. „Starten Sie mit einem persönlichen Bezug und binden Sie dann eine Frage ein.“ Zum Beispiel: „Die Stadt begeistert mich, kennen Sie sich hier gut aus?“

Anschließend lassen Sie sich vielleicht noch eine Sehenswürdigkeit oder ein gutes Café empfehlen. Absolute Tabuthemen sind Religion, Politik, Tod, Krankheiten und Probleme. Gehen Sie besser ins Detail Was hingegen immer funktioniert sind Komplimente. „Aber nicht zu allgemein, das könnte falsch verstanden werden“, sagt Quittschau. „Gehen Sie besser ins Detail. Sprechen Sie etwa eine gut gewählte Krawatte an. Aber nur, wenn sie Ihnen auch wirklich gefällt. Ehrlichkeit ist beim Smalltalk nämlich unabdingbar!“

Wird Ihnen selbst eine Frage gestellt, antworten Sie möglichst breit, damit sich Ihr Gegenüber leicht einhaken kann. Beispiel: „Am Wochenende möchte ich mit Frau und Kindern zum Segeln ans Meer“. Jetzt lässt sich das Gespräch auf Familie, Sport, Urlaub oder Landschaft vertiefen. Perfekte Themen, um Gemeinsamkeiten zu finden.

Doch auch vermeintlich gute Gesprächsthemen können kippen. „Vor allem dann, wenn Sie von Natur aus gerne pauschalisieren oder polarisieren“, sagt Quittschau. „Auch wenn Sie vielleicht der Meinung sind, dass Rotwein unter zehn Euro gar nicht geht und alle Schalke-Fans doof sind. Behalten Sie so etwas für sich! Es könnte nämlich gut sein, dass Ihr Gegenüber das ganz anders sieht und sich vielleicht sogar durch Sie beleidigt fühlt.“ „Reden wir übers Geschäft!“ Nun wird es ernst. Es geht um den eigentlichen Grund des Zusammentreffens. Achten Sie zu jeder Zeit auch auf Ihre nonverbale Konversation. Quittschau: „Ihre Körpersprache ist sehr wichtig. Aus ihr wird gerne gelesen. Oft auch völlig unbewusst. Ein klassisches Negativbeispiel ist der Typ Mann, der erst einmal den Stuhl zurückzieht, sich hinsetzt und dann einen Fuß auf sein Knie legt. Das signalisiert 'Ich brauche Platz!' und schafft nicht gerade Sympathie. Setzen Sie sich besser ganz normal und über Eck an den Meetingtisch. Und zwar so, dass man immer auch den Blick vorbeifinden kann. Das ist gerade für frische Bekanntschaften angenehmer, als sich im direkten Blickfeld gegenüber zu sitzen.“ Während des Gesprächs sollten Sie nicht zu starr dahocken. Leiten Sie hin und wieder beim Zuhören entspannte Bewegungen ein und gestikulieren Sie beim Reden ruhig dezent mit Ihren Armen. Aber fuchteln Sie bitte nicht wild in der Luft herum wie ein rassiger Italiener. Das erschwert Ihrem Zuhörer nur die Konzentration. Sie geben den Ton an Kritik zu üben ist ein heikles Thema. „Hier lohnt es sich, vorher etwas Positives zu erwähnen. Etwas, das Ihnen vielleicht besonders gut gefällt“, rät Quittschau. „Anschließend keinesfalls anschuldigend werden. Bleiben Sie bei sich!“ Sagen Sie etwa: „Es ist mir sehr wichtig, dass sich hier etwas verbessert.“ Bei einem Kollegen kann eine Rüge schnell ins Mobbing fallen. Deshalb gilt: „In der Firma niemals vor versammelter Mannschaft kritisieren. Das gehört sich einfach nicht“, so Quittschau. „Werden Sie selbst kritisiert, schlagen Sie vor, darüber später unter vier Augen zu sprechen.“

Ist alles Wichtige geklärt? Gut, dann folgt der Abschied. Quittschau: „Fassen Sie die Gesprächsinhalte noch einmal kurz zusammen. Klären Sie, wie es weiter geht und wann der nächste Kontakt stattfinden wird. Haben Sie Arbeit aufgetragen bekommen, setzen Sie einen Zeitpunkt fest, bis wann die Sache auf jeden Fall erledigt ist. Seien Sie dabei ruhig großzügig, denn in der Regel schiebt sich immer noch irgendetwas kurzfristig dazwischen.“ Am Ende bleibt der perfekte Eindruck Verabschieden Sie sich zum Schluss mit einem Kompliment: „Hat mir richtig gut mit Ihnen gefallen!“ Im besten Falle geht Ihr Geschäftspartner nun mit einem Lächeln davon. In guter Erinnerung an das gemeinsame Gespräch.

Quelle: Benedikt Sauer, wanted.de

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