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Café Racer

"Café Racer" – ein fast vergessener Kult   

05.09.2012, 11:40 Uhr | Benedikt Sauer

Café Racer haben ihren Ursprung in den 1960er Jahren. (Quelle: Hersteller)

Café Racer haben ihren Ursprung in den 1960er Jahren.

(Quelle: Hersteller)
Als Grundlage für die Café Racer mussten damals die typischen Serienmodelle von Triumph, Norton oder BSA herhalten, die nach allen Regeln der Kunst umgebaut und aufgemotzt wurden. Bei einem "Norvin"-Racer gab es ein Zusammenspiel eines V-Twin-Motors von Vincent in dem beliebten "Featherbed"-Fahrwerk von Norton. (Quelle: www.amc-classics.ch)

Als Grundlage für die Café Racer mussten damals die typischen Serienmodelle von Triumph, Norton oder BSA herhalten, die nach allen Regeln der Kunst umgebaut und aufgemotzt wurden. Bei einem "Norvin"-Racer gab es ein Zusammenspiel eines V-Twin-Motors von Vincent in dem beliebten "Featherbed"-Fahrwerk von Norton.

(Quelle: www.amc-classics.ch)
Neben "Norvin" gab es noch andere Café Racer-Kreationen. Ein "Triton" Café Racer (abgeleitet von Triumph und Norton) war eine Hybrid-Konstruktion aus zwei verschiedenen Maschinen. Hier wurde jeweils nur das Beste verwendet: der Triumph-T120-Motor einer "Bonneville" und das "Featherbed"-Fahrwerk von Norton. Bei einer selbstgebauten "Tribsa"-Maschine wurde der Triumph-Motor hingegen in das A65-Fahrwerk von BSA (Birmingham Small Arms) eingebaut. Der Rest war individuell. (Quelle: www.amc-classics.ch)

Neben "Norvin" gab es noch andere Café Racer-Kreationen. Ein "Triton" Café Racer (abgeleitet von Triumph und Norton) war eine Hybrid-Konstruktion aus zwei verschiedenen Maschinen. Hier wurde jeweils nur das Beste verwendet: der Triumph-T120-Motor einer "Bonneville" und das "Featherbed"-Fahrwerk von Norton. Bei einer selbstgebauten "Tribsa"-Maschine wurde der Triumph-Motor hingegen in das A65-Fahrwerk von BSA (Birmingham Small Arms) eingebaut. Der Rest war individuell.

(Quelle: www.amc-classics.ch)
Einst lieferte Norton mit seinem "Federbett-"Fahrwerk die besonders populäre Basis für die klassischen Café Racer. Nach einem bitteren Konkurs 1974 und mehreren Erneuerungsversuchen scheint sich die Firma unter neuer Führung nun wieder gefangen zu haben. Das neue Modell "Commando 961 Café Racer" wirkt wie eine Erinnerung an die goldenen Zeiten des Unternehmens. (Quelle: Hersteller)

Einst lieferte Norton mit seinem "Federbett-"Fahrwerk die besonders populäre Basis für die klassischen Café Racer. Nach einem bitteren Konkurs 1974 und mehreren Erneuerungsversuchen scheint sich die Firma unter neuer Führung nun wieder gefangen zu haben. Das neue Modell "Commando 961 Café Racer" wirkt wie eine Erinnerung an die goldenen Zeiten des Unternehmens.

(Quelle: Hersteller)
Zu Ehren des legendären Londoner "Ace Cafés" hat Stonebridge Motor mit dem "Ace 904S Thruxton Special" einen modernen Café Racer konzipiert, der natürlich nicht von der Stange kommt (so wie es sich gehört), sondern im Eigenbau aus den verschiedensten Teilen zusammengebaut wird – teilweise sogar selbst hergestellt. Limitiert auf 15 Stück zum Preis von umgerechnet knapp 22.000 Euro. (Quelle: Hersteller)

Zu Ehren des legendären Londoner "Ace Cafés" hat Stonebridge Motor mit dem "Ace 904S Thruxton Special" einen modernen Café Racer konzipiert, der natürlich nicht von der Stange kommt (so wie es sich gehört), sondern im Eigenbau aus den verschiedensten Teilen zusammengebaut wird – teilweise sogar selbst hergestellt. Limitiert auf 15 Stück zum Preis von umgerechnet knapp 22.000 Euro.

(Quelle: Hersteller)
In den Sechzigern galt der T120-Motor von Triumph bei den "Ton Up Boys" als das Nonplusultra. Heute will das Unternehmen mit dem "Thruxton" den klassischen Café Racer aus vergangenen Zeiten neu definieren – eben modern. (Quelle: Hersteller)

In den Sechzigern galt der T120-Motor von Triumph bei den "Ton Up Boys" als das Nonplusultra. Heute will das Unternehmen mit dem "Thruxton" den klassischen Café Racer aus vergangenen Zeiten neu definieren – eben modern.

(Quelle: Hersteller)

Lederjacke, Jeans und ordentlich Pomade in den Haaren: In den 1960er Jahren entwickelte sich aus der britischen Arbeiterjugend eine ganz eigene, rebellische Subkultur. Die "Rockers" trafen sich in Großstadt-Vororten in Kneipen und Cafés wie dem legendären "Ace Café" in London, um von dort aus mit ihren entblätterten, umgebauten und hochgetunten Maschinen die Gegend unsicher zu machen. Der Kult um den "Café Racer" war geboren.

Als Grundlage für ihre Motorräder mussten damals die typischen Serienmodelle von Triumph, Norton oder BSA (Birmingham Small Arms) herhalten, die nach allen Regeln der Kunst umgebaut und aufgemotzt wurden. Von allem sollte nur das Beste verwendet werden. So entstanden auch bemerkenswerte Hybrid-Konstruktionen aus zwei verschiedenen Maschinen, deren neue Namensgebung sich aus den beiden Herstellern ableitete. Das "Tribsa" hatte beispielsweise den Triumph-T120-Motor einer "Bonneville" und das A65-Fahrwerk von BSA. Im "Triton" fand der Triumph-Motor hingegen in einem Norton-"Federbett"-Fahrwerk seinen Platz. Auf Speed getrimmt Die großen Vorbilder waren zu jener Zeit die aktuellen Rennmaschinen der "Tourist Trophy" auf der Isle of Man – vor allem, was die Höchstgeschwindigkeit betraf.

Exzessiv frisiert, musste ein "Café Racer" möglichst "The Ton" knacken – die magische Grenze von 100 Meilen pro Stunde (161 km/h). Um diese Leistung zu erreichen, verzichteten die "Ton-Up Boys", wie die Rockers auch genannt wurden, beim Umbau auf allmöglichen Komfort. Alles war auf Speed und ein gutes Handling getrimmt. Am Ende war die Maschine fast nackt, mit niedrigem Stummel-Lenker, damit man sich während der Fahrt auch gut in den Wind lehnen konnte, um den Luftwiderstand möglichst gering zu halten.

Ein Rennen dauerte einen Song Damit auch immer klar war, wer nun die schnellste Kiste fährt, wurden regelmäßig kleine Straßenrennen ausgetragen. Eine besondere Rolle spielten dabei die legendären (und natürlich illegalen) "Record Races" entlang der Londoner North Circular Road. Nach einer Tasse Kaffee im "Ace Café" bekam die Jukebox ihre Münze, dann ging es auch schon mit Vollgas an einen zuvor ausgemachten Punkt und wieder zurück, ehe der Song zu Ende gespielt war.

Viele der späteren Rennfahrer-Berühmtheiten sollen bei den so genannten "Ton Up's" ihre ersten Erfahrungen gesammelt haben. Oft kopiert, doch nie erreicht Mitte der 1970er Jahre, kurz nach dem Zusammenbruch der britischen Motorradindustrie, nahmen sich besonders die europäischen Hersteller wie Benelli, BMW oder Bultaco dem einzigartigen Café-Racer-Stil an, der immer populärer wurde. Sie brachten "Café"-Varianten ihrer Serienmodelle auf den Markt, die jedoch meist nur den Look der selbstgebauten Maschinen der "Ton-Up-Boys" kopierten. Vielleicht der Grund, warum heutzutage selbst viele Motorrad-Fans unter dem Begriff "Café Racer" nur noch einen ganz bestimmten Vintage-Stil verstehen – wenn überhaupt. Darin aber nicht den Geist einer jungen, rebellischen und waghalsigen Subkultur erkennen, die allein in Rock'n'Roll-Musik und ihren Selfmade-Rennmaschinen aufgingen. Keine Frage, dass diese wilden Kerle zu den Urvätern des Tunings zählen. Das Erbe vergangener Zeiten Als Nachfolger der "Café Racer" gelten heute die so genannten "Naked Bikes" ohne Teil- oder Vollverkleidung, allen voran die "Streetfighter"-Maschinen, die in der Szene – wie damals bei den Rockers – individuell aus verschiedenen Teilen zusammengebaut sein sollten, um als echt zu gelten. Es kommen aber auch immer mal wieder Modelle im klassischen Café-Racer-Look auf den Markt, die den Kult frisch aufgreifen wollen. In unserer Foto-Show zeigen wir Ihnen eine Auswahl an echten Klassikern und modernen Revival-Bikes.

Quelle: Benedikt Sauer

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