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Aston Martin V8 Vantage

Kultschmiede Aston Martin

09.10.2012, 17:46 Uhr | Heiko Dilk/Raufeld

Im V8 Vantage jagte Timothy Dalton in "Der Hauch des Todes" Bösewichte. (Quelle: Hersteller)

Im V8 Vantage jagte Timothy Dalton in "Der Hauch des Todes" Bösewichte.

(Quelle: Hersteller)
War nie ein Bond-Auto: Der Aston Martin V8 Vantage nach der Modellpflege. (Quelle: Aston Martin)

War nie ein Bond-Auto: Der Aston Martin V8 Vantage nach der Modellpflege.

(Quelle: Aston Martin)
Der Aston Martin DB5 wurde 1964 durch "Goldfinger" berühmt. Im echten Leben verfügte er über 286 PS aus einem 4,0-Liter-Motor. (Quelle: Aston Martin)

Der Aston Martin DB5 wurde 1964 durch "Goldfinger" berühmt. Im echten Leben verfügte er über 286 PS aus einem 4,0-Liter-Motor.

(Quelle: Aston Martin)
Im V8 Vantage durfte Timothy Dalton in "Der Hauch des Todes" Bösewichte jagen. Aus einem Cabrio wurde dabei im Laufe des Films ein Coupé. (Quelle: Aston Martin)

Im V8 Vantage durfte Timothy Dalton in "Der Hauch des Todes" Bösewichte jagen. Aus einem Cabrio wurde dabei im Laufe des Films ein Coupé.

(Quelle: Aston Martin)
Der Vanquish, eine Hommage an den "Goldfinger"-DB5, markierte 2002 nach dem Intermezzo mit BMW die Rückkehr von Aston in die Bond-Filme. (Quelle: Aston Martin)

Der Vanquish, eine Hommage an den "Goldfinger"-DB5, markierte 2002 nach dem Intermezzo mit BMW die Rückkehr von Aston in die Bond-Filme.

(Quelle: Aston Martin)

James Bond ist auch nicht mehr der Mann, der er mal war. Im nächsten Bond-Film "Skyfall" wird er Bier trinken. Heineken, um genau zu sein. Angeblich soll er dafür sogar sein Lieblingsgetränk Wodka Martini ausschlagen. Auch der Geheimagent Ihrer Majestät ist den Gesetzen des Marktes unterworfen - wer genug zahlt, wird beworben.

Das gilt auch bei der Wahl der Dienstwagen. Deshalb fuhr er zwischen 1995 und 1999 BMW. Und in "Casino Royale" sogar einen Ford Mondeo. Immerhin gehörte da auch ein Aston Martin DBS zum Fuhrpark, und beim Pokern gewann er einen DB5. Das Modell, das er 1964 in "Goldfinger" berühmt machte. Dass beides zusammenging, lag daran, dass Aston Martin seit den späten 80er-Jahren Ford gehörte. Seit 2007 jedoch ist die Sportwagenschmiede wieder selbständig.



Produktion ist Handarbeit



Um die 6000 Autos werden jedes Jahr in Gaydon in der Grafschaft Warwickshire überwiegend in Handarbeit produziert. Durchschnittlich. Das schwankt stark mit der Konjunktur. Mal sind es nur 4200 wie vergangenes Jahr, mal sind es 7400 wie 2007. Zum Vergleich: Porsche verkaufte 2011 allein in Deutschland und nur vom 911er 7000 Fahrzeuge. Doch auch Aston Martin ist laut Geschäftsführer Ulrich Bez seit 2004 profitabel.

Wer auf dem Niveau von Aston Martin produziert, hat zumeist einen Konzern im Rücken. Bei Ferrari ist das Fiat, bei Lamborghini VW. Aston Martin indes gehört zwei Investmentgruppen, die angeblich aus Leidenschaft dabei sind. Man kann das glauben, denn eine der Gruppen wird von David Richards geleitet, der gleichzeitig Chef von Prodrive ist, einer Firma, die im Rallye-Sport aktiv war und seit 2005 für Aston Martin den DBR9 baut, eine Rennversion des DB9.

Es kann nicht schaden, all das zu wissen, wenn man sich dem überarbeiteten Einstiegsmodell aus Gaydon nähert, sich in den Ledersitz gleiten lässt. Da blickt man dann auf ein von handgenähtem Leder bedecktes Armaturenbrett, auf fein gearbeitete Rundinstrumente aus Aluminium und auf die Mittelkonsole in schwarzem Klavierlack, die in einem sanften Bogen gen Mitteltunnel abfällt, aus dem der kurze Knüppel der Sechsgangschaltung ragt. Ein automatisiertes Siebenganggetriebe gibt es optional, aber schließlich ist der V8 Vantage das am stärksten auf das pure Fahrerlebnis fokussierte Modell.

Da passt eine Handschaltung. Dass so ein Kleinserienhersteller Kompromisse machen muss, merkt man zwar an der ein oder anderen leicht scharfen Kante (etwa bei der Klappe für das ausfahrbare LCD-Display) und an dem nicht sehr bedienungsfreundlichen Navigationssystem, aber der Gesamteindruck, der stimmt einfach. Man spürt gleich, dass man in einem besonderen Auto sitzt.

Das wurde für das Modelljahr 2012 nachgeschärft. Mit einer direkteren Lenkung, einem überarbeiteten Fahrwerk, breiteren Reifen und besseren Bremsen. Außerdem gab es eine neue Frontschürze mit Karbon-Splitter, neue Seitenschweller, und der kleine Spoiler am Heck reckt sich jetzt etwas weiter in den Wind. Muskulös sieht er aus, voller Spannung und nicht annähernd so prahlerisch wie ein Ferrari oder ein Lamborghini. In einem Farbton wie Silber oder Schwarz ist der Vantage sogar fast unauffällig.



4,7 Liter Motor mit 426 PS



Also rauf auf die kleinen Eiffel-Straßen rund um den Nürburgring, wo Aston Martin ein Test-Center hat. Dafür muss man die "Emotion Control Unit", also den elektronischen Schlüssel, in einen Schlitz in der Mittelkonsole drücken, kurz halten, und der 4,7-Liter-V8-Saugmotor meldet sich mit einem Gasstoß zum Dienst. Schön klingt er, tief gurgelnd bei niedrigen Drehzahlen und heiser fauchend, wenn man ihm die vollen 426 PS abverlangt, die erst bei 7300 Umdrehungen anliegen.



Er hängt spontan am Gas



Neutral, zielgenau und ohne viel Aufbaubewegungen geht der Aston durch die Kurven. Er hängt spontan am Gas und untermalt den Rhythmus aus Bremsen, Einlenken und Beschleunigen mit einem wunderschön charaktervollen Soundtrack. Dabei macht der Vantage seine rund 1700 Kilo Gewicht weitgehend vergessen, und die kompakten Dimensionen (er ist nur 4,38 Meter lang) sorgen für viel Vertrauen auf den kleinen Straßen.

Natürlich ist all das nicht billig. Aber der Einstiegs-Aston liegt mit 108.500 Euro "nur" 6.000 Euro über einem Porsche 911 Carrera S ohne Volllederausstattung, den man fast an jeder Straßenecke sieht. Und im Vergleich zu Bonds DB5 ist er ein echtes Schnäppchen. Eines der bei "Goldfinger" und "Feuerball" eingesetzten Modelle wurde im Jahr 2010 für 4,6 Millionen Dollar versteigert.

Werfen Sie einen Blick auf den Aston Martin V8 Vantage in unserer Foto-Show.

Quelle: Heiko Dilk/Raufeld, Raufeld

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