25.05.2012, 16:00 Uhr | mà (CF)
Wer einen Aston Martin will, kauft sich einen V12 Vantage. Einen wahrhaft starken und schönen britischen Sportwagen bekommen Sie aber mit dem Sondermodell Aston Martin V12 Zagato aus der Feder der gleichnamigen italienischen Designschmiede.
Schön, schöner, Zagato. Was immer die Design-Experten aus Rho bei Mailand auch anfassen – das Endprodukt ist stets noch ein Stückchen eleganter oder sportlicher als das Original. Mehr als 30 Karosserien wurden seit den 1950er-Jahren auf diese Weise verschönert. Für den Aston Martin V12 Zagato diente das Modell V12 Vantage als Grundlage. Verbessert haben die Italiener aber nur das, was sie am besten können: Das Design. Technisch bleibt das Sondermodell das gleiche. Aber daran gibt es auch nichts zu meckern: Mit einem Sechs-Liter-V12-Motor mit 517 PS ist der Brite aber auch hinreichend ausgestattet. Er katapultiert das fesche Designer-Stück in 4,2 Sekunden auf einhundert Stundenkilometer. 570 Newtonmeter sorgen so für mächtig Vortrieb, Schluss ist erst bei 305 Kilometern pro Stunde. Eigentlich fast zu schnell, denn stellen Sie sich vor, ein Topmodell würde an Ihnen vorbeilaufen, ohne dass Sie die Chance haben, seine Schönheit zu würdigen. Darum sollten Sie sich im Aston Martin V12 Zagato nicht scheuen, auch mal einen Gang runterzuschalten – immerhin haben Sie davon ganze sechs. Sobald Sie den Motor starten, sollten Sie bereits die ersten Blicke auf sich ziehen, denn das V12-Aggregat macht sich mit einem wilden Fauchen bemerkbar.
Anschließend führen Sie den Aston Martin V12 Zagato am besten dorthin, wo er sich zu Hause fühlt: Auf den automobilen Laufsteg. Hier kann er all jene Stärken ausspielen, die beim Geschwindigkeitsrausch auf der Autobahn oder Rennstrecke verborgen bleiben. Zunächst fallen die riesigen Lufteinlässe in der Motorhaube auf, durch die der Brite mit ausreichend Sauerstoff versorgt wird. Obwohl diese Designelemente wie gierige Schlunde wirken, ist des den Experten von Zagato gelungen, ein harmonisches Gesamtkonzept auf die Räder zu stellen. Selbst das Heck, das mit seinem martialisch daherkommenden Diffusor die sportlichen Ambitionen unterstreichen soll, wirkt trotz des radikalen Bruches sehr harmonisch. Fast hat man den Eindruck, ein Hai blicke einem in die Augen, wenn man das Heck des Sondermodells betrachtet. Aber so ist es nun mal mit den Sportlern: Sie zeigen eben gerne, dass in ihnen auch etwas Hightech steckt. Aber solange sie in einem italienischen Maßanzug stecken, ist dagegen auch gar nichts einzuwenden. Während andere Rennboliden nämlich eher brachial daherkommen, hat man beim Aston Martin V12 Zagato Wert darauf gelegt, beide Bedürfnisse zu befriedigen: Sportlichkeit und Ästhetik.
Das Hauptaugenmerk bei diesem Modell galt nämlich ganz klar dem Motorsport. Dies wird nicht zuletzt an den für Zagato typischen "Double-Bubble-Dach" deutlich. Die Wölbungen über Fahrer- und Beifahrersitz sollen den Piloten trotz Rennhelm ausreichend Kopffreiheit bieten. Die ersten zwei produzierten Aston Martin V12 Zagato waren reine Rennmaschinen ohne Straßenzulassung. Sie wurden beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring auf die Piste geschickt. Anschließend haben sich die Briten aber doch für die Produktion einer Kleinserie entschieden. Insgesamt 150 Stück sollen von dem handgefertigten Modell an die betuchte Kundschaft gehen. Diese darf mit dem Aston Martin V12 Zagato dann die Straßen dieser Welt ein Stückchen schöner machen. Nicht weniger als rund 370.000 Euro sollten Sie auf der hohen Kante liegen haben, um eines dieser Sondermodelle zu ergattern. Das ist mehr als das Doppelte, als Sie für einen V12 Vantage zahlen müssten. Gutes Design hat eben seinen Preis. Und wenn darin ganz nebenher noch ein Supersportwagen enthalten ist, könnte man fast wieder meinen, der Aston Martin V12 Zagato sei ein wahres Schnäppchen.
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