17.02.2012, 10:41 Uhr | Spiegel Online
Vor 50 Jahren schickte die britische Sportwagenschmiede Aston Martin 19 Autos nach Italien. Der Designer Zagato sollte sie neu einkleiden. Das Ergebnis war eine der elegantesten Karosserien der Automobilgeschichte. Jetzt gibt es eine Neuauflage der Traumehe - aber kann das nochmal klappen?
Reich sollte man sein, Geschmack sollte man haben und am besten auch einen guten Draht zu Ulrich Bez, dem Vorstandschef des englischen Sportwagenherstellers Aston Martin. Denn vom jüngsten Modell der Marke, dem V12 Zagato, werden lediglich 150 Exemplare gebaut. Damit ist jetzt schon klar, dass die Mehrzahl der Autos mehr Anlageobjekte als Fahrmaschinen sein werden. 395.000 Euro netto kostet ein Wagen - der Wert in Sammlerkreisen dürfte jedoch weitaus höher ausfallen.
Lange Geschichte
Was ist so besonderes an dem Auto? Vor allem ist es der Schatten der Geschichte, der auf dem rassigen Coupé ruht. Denn auf der London Motorshow des Jahres 1960 debütierte mit dem DB4 GT Zagato erstmals ein Aston Martin, der in Zusammenarbeit mit dem italienischen Karosseriedesigner Zagato entstanden war. >>
Lediglich 19 Autos wurden gebaut, alle sind bis heute erhalten - und werden inzwischen für Preise weit über einer Million Euro gehandelt.
Das 50-jährige Jubiläum der Kooperation zwischen dem Autobauer aus Warwickshire und der Karosserieschneiderei aus Mailand war der Anlass, dass 2010 in beiden Firmen, die auch zwischenzeitlich immer mal wieder gemeinsame Sache machten, über eine Art Remake des Klassikers nachgedacht wurde.
Ein Prototyp stand schließlich im vergangenen Jahr auf dem Concorso d'Eleganza am Comer See. Das Publikum - darunter etliche Millionäre - war begeistert.
Leistung von 517 PS
Einen Monat später starteten zwei Prototypen beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring und kamen auch ins Ziel. Damit war auch das sportlich-technische Fundament für eine Autolegende vom Reißbrett gelegt. >>
Und jetzt ist die Serienvariante fertig. Der 6-Liter-V12-Motor mit einer Leistung von 517 PS stammt aus dem Vantage V12, die Karosserie besteht aus einem Mix aus Kohlefaser und Aluminium.
Das Dach trägt den Zagato-typischen "double bubble", also einen Doppelhöcker, der die Kopffreiheit der beiden Insassen erhöhen soll.
Eine glänzende Geldanlage
Aston Martin teilt mit, dass für den Bau eines V12 Zagato rund 2000 Arbeitsstunden nötig sind und dass alleine die Lackierung des Wagen rund hundert Stunden in Anspruch nimmt. In diesem Fall lohnt sich die Sorgfalt wohl auch, denn es dürfte nicht viele andere Autos geben, deren Haut so gepflegt wird wie die des V12 Zagato. Schließlich soll der coole Renner nicht nur gut aussehen, sondern auch eine glänzende Geldanlage sein.
Schauen Sie sich den Aston Martin V12 Zagato auch in unserer Foto-Show an.
Quelle: Spiegel Online
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